Portugiesisches Unternehmen will bis zu einer Milliarde Euro für grünen Wasserstoff investieren

In einem überarbeiteten Strategieplan bis 2025 teilte das Unternehmen Galp vor zwei Wochen mit, dass es seinen Fokus auf grüne Energie verstärken wolle. [Manuel Esteban / Shutterstock]

Das portugiesische Unternehmen Galp Energia plant die Installation eines 100-Megawatt-Elektrolyseurs, um seine Raffinerie in Sines ab 2025 mit sogenanntem „grünen Wasserstoff“ zu versorgen. Das Projekt könnte auf bis zu 1.000 MW erweitert werden und dann einen Wert von einer Milliarde Euro haben, sagte Chief Executive Andy Brown am Montag (14. Juni).

Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters erklärte Brown weiter, die südlich von Lissabon gelegene Raffinerie sei bereits Portugals größter Verbraucher von Wasserstoff aus Erdgas. Galp wolle nun schrittweise zu CO2-freiem Treibstoff übergehen und in einigen Jahren den Elektrolyseprozess ausschließlich mit erneuerbarer Sonnenenergie betreiben.

Die Gewinnung von solchem Wasserstoff ist heute teurer als die stark umweltbelastende konventionelle Methode, bei der Wasserstoff mit Hilfe von Hitze und chemischen Reaktionen aus Kohle oder Erdgas freigesetzt wird – man spricht dann von braunem beziehungsweise grauem Wasserstoff.

Brown sagte, angesichts der Kosten von Gas und der Kosten von CO2-Emissionen könne es „ab einem bestimmten Punkt profitabel sein“, grüner zu produzieren. „Das ist eine sehr aufregende Gelegenheit: Wir glauben, dass wir diesen Wasserstoff profitabel durch grünen Wasserstoff ersetzen können.“ Galp wolle nun „zwischen 100 Millionen und 200 Millionen Euro in die ersten 100 MW bis 2025“ investieren.

„Um die Raffinerie vollständig auf grünen Wasserstoff umzustellen, wird alles letztendlich aber näher an einer Milliarde Euro liegen – das sind große Investitionen,“ räumte er ein und fügte hinzu, dass vieles noch davon abhängt, ob die EU und Portugal die richtigen Anreize für derartige Kraftstoffe geben.

Galp wird in der Lage sein, grünen Ammoniak oder synthetische Kraftstoffe zu produzieren, und wenn das Projekt an Größe gewinnt, könnte es auch grünen Wasserstoff an Transportunternehmen oder stark verschmutzende Industrien wie die Stahl- oder Zementherstellung verkaufen.

In einem überarbeiteten Strategieplan bis 2025 teilte das Unternehmen vor zwei Wochen mit, dass es seinen Fokus auf grüne Energie verstärken und die Ausgaben für fossile Brennstoffe auf bereits genehmigte Entwicklungen beschränken werde. 30 Prozent der zukünftigen Galp-Investitionen sollen in erneuerbare Energien fließen.

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