Portugal will bis zum Jahresende kohlefrei sein

Das Kohlekraftwerk Sines in Portugal ging gestern Abend (14. Januar) um Mitternacht vom Netz. [EDP]

Das Kohlekraftwerk Sines in Portugal ging gestern Abend (14. Januar) um Mitternacht vom Netz. Damit ist in Portugal nur noch ein Kohlekraftwerk in Betrieb, das im November geschlossen werden soll.

Der portugiesische Energieversorger EDP hatte seine Entscheidung, das 1.296-MW-Kohlekraftwerk Sines abzuschalten, im Juli letzten Jahres bekannt gegeben und die Schließung um zwei Jahre – von 2023 auf 2021 – vorgezogen. Ursprünglich hatte EDP geplant, Sines im Jahr 2030 zu schließen.

Die Entscheidung sei „Teil der Dekarbonisierungsstrategie der EDP Group“ und wurde in Anbetracht der Tatsache getroffen, dass die Energieproduktion zunehmend von erneuerbaren Quellen abhänge, teilte das Unternehmen bereits im Juli 2020 mit.

Nochmal zwei Jahre früher: Portugal beschleunigt seinen Kohleausstieg

Der portugiesische Energieversorger EDP hat die Schließung seines Kohlekraftwerks Sines angekündigt. Damit dürfte sich die geplante Abschaltung aller Kohlekraftwerke im Land um zwei Jahre, von 2023 auf 2021, beschleunigen.

„Die Entscheidung, die Schließung von Kohlekraftwerken auf der iberischen Halbinsel zu beschleunigen, ist somit eine logische Konsequenz dieses Energiewendeprozesses. [Sie steht] in Übereinstimmung mit den europäischen Zielen der CO2-Neutralität und mit dem politischen Willen, diese Fristen möglichst vorzuziehen,“ erklärte der Energieversorger in einer Pressemitteilung.

Damit bleibt in Portugal nur noch ein einziges Kohlekraftwerk in Betrieb, Pego, dessen Schließung bereits für November dieses Jahres geplant ist, erklärten Klimaaktivisten.

Wenn das geschieht, wird Portugal das vierte Land in Europa sein, das vollständig auf Kohle in der Stromerzeugung verzichtet – nach Belgien (2016), Österreich und Schweden (2020), so die Umwelt-NGO Europe Beyond Coal.

Umweltschützer begrüßten den Schritt und betonten, dass Sines bis dato im Durchschnitt 12 Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen Portugals ausmachte.

Schweden ist kohlefrei

Schweden ist das dritte EU-Land, das Kohle aus seiner Stromproduktion gestrichen hat. Das letzte Kohlekraftwerk wurde in der vergangenen Woche – zwei Jahre früher als geplant – endgültig geschlossen.

„Innerhalb von vier Jahren ist Portugal von einer groben Strategie zum Kohleausstieg bis 2030 zu konkreten Plänen übergegangen, bis zum Jahresende kohlefrei zu sein. Dass Sines sogar noch früher als erwartet vom Netz geht, verdeutlicht die Realität, dass, sobald sich ein Land zu sauberer Energie verpflichtet, die Wirtschaftlichkeit der erneuerbaren Energien den Übergang sehr schnell ermöglicht“, sagte Kathrin Gutmann, Kampagnendirektorin bei Europe Beyond Coal.

„Länder wie Deutschland, die Tschechische Republik und Polen, die sich zu Kohleausstiegsterminen weit nach dem notwendigen Ende der Kohlenutzung in Europa im Jahr 2030 verpflichtet haben oder diese in Erwägung ziehen, sollten dies zur Kenntnis nehmen: Wenn man sich nicht für ehrgeizige Ausstiegstermine entscheidet, wird man den Rückstand aufholen müssen.“

Laut Europe Beyond Coal werden innerhalb der nächsten vier Jahre weitere europäische Staaten komplett aus der Kohle aussteigen: Frankreich (2022), die Slowakei (2023), das Vereinigte Königreich (2024), Irland (2025) und Italien (2025).

Studie: 6,6 Milliarden Euro Miese für Kohlekraftwerke in der EU

Steigende Umweltauflagen und die scharfe Konkurrenz durch erneuerbare Energien machen die Kohleverstromung zunehmend zum Verlustgeschäft. Kohlekraftwerke verlören  jährlich Milliarden Euro, hat ein britischer Thinktank berechnet. Alles Quatsch meinen die Energiekonzerne.

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