Ölexperten sagen Versorgungskrise in fünf Jahren voraus [DE]

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Die weltweiten Ölversorgungen werden schneller zurückgehen als erwartet, unter anderem aufgrund des schnell wachsenden Verbrauchs in China und im Nahen Osten sowie schrumpfenden Produktionskapazitäten. Dies führt zu weiteren Preissteigerungen, die der Weltwirtschaft schaden könnten, warnte die Internationale Energieagentur.

Innerhalb der nächsten fünf Jahre werde die Welt mit einer ‚Ölversorgungskrise’ konfrontiert werden, wenn die Nachfrage das Produktionswachstum von Nicht-Opec-Staaten überschreite. Dies hat die IEA in einem mittelfristigen Bericht über den Ölmarkt am 9. Juli 2007 festgestellt.

„Trotz eines schon vier Jahre anhaltenden Ölpreis-Höhenflugs geht der Bericht von einem engen Markt auch nach 2010 aus“, teilte der Berater für Energiepolitik für industrialisierte Nationen mit, als er die Erwartungen zur weltweiten Ölnachfrage von einem jährlichen Durchschnitt von 2% in den nächsten fünf Jahren auf 2,2% anhob.

Der Zuwachs werde hauptsächlich auf ein schnelleres Wachstum in Asien und im Mittleren Osten zurückzuführen sein, stellt der Bericht fest.

Zur gleichen Zeit senkte die IEA ihre Erwartungen für Lieferungen aus nicht zur Opec gehörenden Staaten, zum Teil aufgrund von Verzögerungen bei wichtigen Ölprojekten, aber auch, weil sich die Ölreserven einem Wendepunkt näherten.

Die Staaten außerhalb der Opec, die ein Teil der Rohölproduktion weltweit stellen, schienen momentan eher ein wirkliches Plateau als einen Wendepunkt erreicht zu haben, so der Bericht. Er fügt hinzu, dass jegliches Wachstum in den Nicht-Opec-Staaten, die Öl förderten, im Zeitraum 2007 bis 2012 auf verflüssigten Gasen, zusätzlichem Schweröl, Biokraftstoffen und bis 2012 einige Produktionsstätten zur Kohleverflüssigung in China beruhen würden.

Die Agentur erwartet, dass dieses Wachstum nicht höher ausfällt als 1% jährlich, weniger als die Hälfte der Nachfragesteigerung. Dies mache den Verbraucher zunehmend abhängig von den Opec-Lieferungen.

Die Voraussagen zu den ungenutzten Kapazitäten der Opec – der Unterschied zwischen dem, was die Opec-Mitglieder fördern könnten und wie viel sie wirklich fördern – sind ebenfalls düster, mit einem starken Rückgang ab 2009.

Geringe ungenutzte Kapazitäten der Opec und ein langsames Produktionswachstum außerhalb der Opec seien bedeutende Sorgen, betont der Report. Es sei möglich, dass die Versorgungskrise geringfügig aufgeschoben werden könne.

Auch wenn erwartet wird, dass sich die Produktion von Biokraftstoffen in den kommenden fünf Jahren verdoppeln wird, wird sie dennoch nur 2% der weltweiten Öllieferungen bis 2012 ausmachen, sagte die Agentur. Lawrence Eagles, der Leiter der Abteilung Ölindustrie und Märkte der IEA, sagte, die Ergebnisse der Analyse seien relativ deutlich. Entweder benötige man mehr Lieferungen oder es müsse ein niedrigeres Nachfragewachstum geben.

Einige Experten bezeichnen den Bericht nichtsdestotrotz als ‚Panikmacher’, und sehen in ihm einen Versuch, eine Erhöhung der Lieferungen von der Opec zu erzwingen. Sie sind weiterhin der Meinung, dass Warnungen dieser Art zum Teil für die derzeitigen hohen Ölpreise verantwortlich zu machen sind, die am 9. Juli 2007 auf über 76 US-Dollar pro Barrel stiegen. Die Internationale Energieagentur habe einen derart beängstigenden Bericht auf den Markt gebracht, dass der Zukunftswert des Rohöls bestehen bliebe, sagte Olivier Jakob von Petromatrix, ein Unternehmen für Handel und Beratung sowie Risikomanagement, das sich auf Öl und Rohstoffe spezialisiert hat, im Gespräch mit Reuters.

Dennoch, so Eagles, seien sie da, um den Markt so abzubilden, wie man ihn sehe. Die Preisreaktion resultiere aus Grundsätzlichem. Man betone nur die Grundlagen, wie es ihre Aufgabe sei.

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