Ökologische Landwirtschaft wächst rasant

Die ökologische Landwirtschaft ist ein rasant wachsender Wirtschaftszweig. Foto: Shawn Smith (CC BY-ND 2.0)

Der ökologische Landwirtschaft ist seit zehn Jahren ein rasant wachsender Wirtschaftszweig. EU-Statistiken zufolge kamen jedes Jahr rund 500.000 Hektar hinzu. EURACTIV Brüssel berichtet.

Die Zahl der Biobauernhöfe und das Anbaugebiet wuchsen zwischen 2003 und 2010 um mehr als die Hälfte. 2011 gab es in der EU 9,6 Millionen Hektar ökologisches Ackerland. Im Jahr davor waren mehr als 186.000 Biobauernhöfe in den damals 27 Mitgliedsstaaten registriert. 

Ökologische Landwirtschaft ist als Lebensmittelproduktion mit minimale Auswirkungen auf die Umwelt definiert. Das soll durch eine natürliche Arbeitsweise sichergestellt werden. 

In der EU gibt es Standards für die biologisch betriebene Landwirtschaft. Sie betreffen den Einsatz von Chemikalien in Pestiziden, Dünger und Tierarzneimitteln sowie die Berücksichtigung des Tierschutzes. Genetisch modifizierte Organismen dürfen in der ökologischen Landwirtschaft nicht verwendet werden.

Daten zeigen, dass Biobauern im Allgemeinen jünger als der herkömmlichen Durchschnittslandwirt sind. 61,3 Prozent der Biobauern waren 2010 unter 55, aber nur 44,2 Prozent der traditionell anbauenden Landwirte.  

Mehr Biobauernhöfe in den alten Mitgliedsstaaten

Die Mehrheit des für die ökologische Landwirtschaft genutzten Besitzes (83 Prozent) und Landes (78 Prozent) liegt in den 15 alten Mitgliedsstaaten. Das sind die Länder, die der EU vor 2004 beitraten, zum Beispiel Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien und das Vereinigte Königreich. 

Die EU führt den größeren Anteil dieser Länder auf die nationale und europäische Gesetzgebung zurück. Der Kommission zufolge wächst die ökologische Landwirtschaft aber auch in den zwölf Ländern, die seit 2004 hinzugekommen sind. 

Dauerweideland macht mit 45 Prozent den größten Anteil an der Fläche aus. Danach folgt der Getreideanbau mit 15 Prozent und Dauerkulturen mit 13 Prozent. Die Tierproduktion macht ein Prozent aus. 

Im März veröffentlichte die Kommission zur Harmonisierung und Stärkung der Gesetzgebung des Biolandwirtschaftssektors Vorschläge für weitere Regelungen. „Die Kommission will mehr und bessere ökologische Landwirtschaft in der EU, indem man das Verbrauchervertrauen in Bio-Produkte festigt und die Hindernisse für die Entwicklung der ökologischen Landwirtschaft entfernt werden“, sagt EU-Landwirtschaftskommissar Dacian Ciolo?.

Produzenten können sich für EU-Biolebensmittel-Label bewerben. Sie können die Verbraucher dann auf ihren Produkten darüber informieren, dass sie die Lebensmittel ökologisch produzieren.

Der Europäische Rechnungshof drängt zur besseren Durchsetzung der Regeln für den ökologischen Anbau. Produkte, die als ökologisch gekennzeichnet sind, enthielten nachweislich Pestizide, Antibiotika oder gentechnisch modifizierte Organismen. 

Die Kommission spricht davon, dass ökologische Lebensmittel der wachsenden Verbrauchernachfrage entsprechen, „gleichzeitig liefern sie Gemeinnutzen in Form von Umweltschutz, Tierschutz und ländlicher Entwicklung“.

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