Norden Top, Süden Flop: Die CO2-Bilanz der europäischen Schifffahrt

Am 3. April soll die IMO einen ersten Plan zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen von Schiffen vereinbaren. [Shutterstock]

Griechenland, Zypern, Italien, Portugal und Kroatien schneiden in einem neuen Ranking der Nachhaltigkeitsorganisation Transport and Environment (T&E) über die Klimafolgen der internationalen Schifffahrt am schlechtesten ab.

„Die größten Schiffsregister der EU – Malta, Griechenland und Zypern – erhielten fast ausschließlich negative Punkte, da sie bei den Klimaverhandlungen nahezu keinerlei Ambitionen zeigen,“ kommentiert T&E in einem neuen Bericht, der heute veröffentlicht wurde.

Deutschland, Belgien und Frankreich hingegen wurden dafür gelobt, dass sie sich innerhalb der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (IMO) am stärksten für ehrgeizige Klimaschutzmaßnahmen eingesetzt haben.

„Als das Europäische Parlament im Jahr 2017 Maßnahmen gegen Schiffsemissionen forderte, beschwerten sich die großen europäischen Seefahrernationen, dass die EU die Schifffahrt nicht regulieren sollte. Schließlich tue jedes Land sein Bestes, um bei der IMO etwas zu erreichen,“ erinnert Faig Abbasov, bei T&E für den Bereich Schifffahrt zuständig.

„Aber dieselben Staaten arbeiten jetzt daran, die Fortschritte für ein Klimaabkommen für die Schifffahrt bei der IMO zu entgleisen,“ fügte er hinzu.

Die Veröffentlichung der Studie kommt einen Tag, nachdem die Klimaattachés der EU-Mitgliedstaaten gestern in einer Arbeitsgruppe des Rates über maritime Emissionen diskutierten.

Am 3. April soll die IMO einen ersten Plan zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen von Schiffen vereinbaren. Die südlichen und östlichen EU-Länder sind im Allgemeinen allerdings weit weniger ehrgeizig als ihre nördlichen EU-Nachbarn, kritisiert T&E.

Die Schifffahrt steht für rund 3 Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes, bleibt gleichzeitig aber einer der wenigen Sektoren der Weltwirtschaft ohne spezifische Emissionsminderungsziele.

Im vergangenen Jahr unterstützte das Europäische Parlament eine Änderung der EU-Gesetzgebung, mit der die Schifffahrt künftig im Rahmen des Emissionshandelssystems (ETS) der EU reguliert werden soll. Das ETS ist der größten Kohlenstoffmarkt der Welt und eine der wichtigsten Maßnahmen des Blocks zur Bekämpfung des Klimawandels.

Gemäß der Änderung wird die Schifffahrt ab 2023 über das ETS reguliert, sollte die IMO bis 2021 keine Einigung zu globalen Maßnahmen zur Bekämpfung der Treibhausgasemissionen in der Schifffahrt erzielen.

Schärfere Grenzwerte für Schiffsemissionen in Nord- und Ostsee sorgen für klare Verbesserung der Luftqualität

Es kommt nicht täglich vor, dass Umweltverbände gute Neuigkeiten zu vermelden haben. Hier ist eine: Bereits gut ein Jahr seit Einführung verschärfter Schwefelgrenzwerte für Schiffskraftstoffe zum 1. Januar 2015 ist die Luftschadstoffbelastung in Nord- und Ostsee erheblich zurückgegangen.

Bei den Gesprächen Anfang April will die IMO ihre erste Strategie zur Reduzierung der Emissionen im Schifffahrtssektor verabschieden – mehr als 20 Jahre nachdem dies 1997 durch das Kyoto-Protokoll vorgeschrieben wurde.

Zu den wichtigsten Themen, die bei den Gesprächen auf dem Tisch sind, gehören: Eine Vereinbarung über ein langfristiges Emissionsreduktionsziel; die Verpflichtung zu sofortigem Handeln; und die Vorauswahl von kurz-, mittel- und langfristigen Reduktionsmaßnahmen.

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