Der portugiesische Energieversorger EDP hat die Schließung seines Kohlekraftwerks Sines im Januar 2021 angekündigt. Damit dürfte sich die geplante Abschaltung aller Kohlekraftwerke im Land um zwei Jahre, von 2023 auf 2021, beschleunigen.
Zusätzlich zu Sines bereite das Unternehmen nämlich auch die Schließung eines weiteren Kraftwerks und die Umrüstung eines anderen Blocks in Spanien vor, so EDP in einer Erklärung.
Die Entscheidung sei „Teil der Dekarbonisierungsstrategie der EDP Group“ und wurde in Anbetracht der Tatsache getroffen, dass die Energieproduktion zunehmend von erneuerbaren Quellen abhänge, teilte das Unternehmen bereits am Montag mit.
Die sinkenden Kosten für erneuerbare Energien in Verbindung mit den steigenden Preisen für CO2-Verschmutzungsrechte auf dem EU-Kohlenstoffmarkt bedeuten, dass „die Aussichten für die Rentabilität von Kohlekraftwerken drastisch gesunken sind“, fügte die EDP hinzu.
Ein weiterer Grund seien die zunehmend „wettbewerbsfähigen Preise für Erdgas“, sagte Miguel Stilwell d’Andrade, amtierender Exekutivpräsident von EDP.
„Die Entscheidung, die Schließung von Kohlekraftwerken auf der iberischen Halbinsel zu beschleunigen, ist somit eine logische Konsequenz dieses Energiewendeprozesses. [Sie steht] in Übereinstimmung mit den europäischen Zielen der CO2-Neutralität und mit dem politischen Willen, diese Fristen möglichst vorzuziehen,“ erklärte er in einer Pressemitteilung.
Lob von Klima-NGOs
Dieser Schritt wurde von Klimaschutzorganisationen begrüßt, die sich für einen raschen Ausstieg aus der Energieerzeugung mit Kohle, dem umweltschädlichsten fossilen Brennstoff, einsetzten.
„Portugal hatte den Ausstieg aus der Kohleverstromung bereits von 2030 auf 2023 beschleunigt. Die Tatsache, dass er jetzt noch einmal auf 2021 vorgezogen wird, zeigt, wie schnell ein Land sein Energiesystem umbauen kann, wenn es sich zu sauberer Energie und Klimaschutz verpflichtet,“ lobte Kathrin Gutmann, Direktorin der Kampagnengruppe Europe Beyond Coal.
Portugal wird somit dritte EU-Land, das seine Kohlekraftwerke vorzeitig schließt, nachdem Österreich und Schweden Anfang dieses Jahres dies bereits getan haben. Belgien war seinerseits das erste EU-Land, das schon im Jahr 2016 die Kohleförderung und -Stromerzeugung einstellte.
„Regierungen, die noch keinen raschen Kohleausstieg geplant haben, verlieren wertvolle Zeit, um ehrgeizige Kohleausstiegspläne aufzustellen, die die tatsächlichen Markt- und politische Realitäten widerspiegeln,“ warnte Gutmann.
Laut Europe Beyond Coal werden in den kommenden fünf Jahren weitere europäische Staaten komplett aus der Kohle aussteigen: Frankreich (2022), die Slowakei (2023), das Ex-EU-Mitglied Vereinigtes Königreich (2024), Irland (2025) und Italien (2025).
Deutschland hält derweil an seinem Aussteigsziel „spätestens 2038“ fest.
[Bearbeitet von Sam Morgan und Tim Steins]





