Neu zugelassene Dieselautos nicht klimafreundlicher als Benziner

Grenzwerte bei Emissionen im Abgas sorgen weiterhin für Ärger. [Martin Cathrae/Flickr]

Neu zugelassene Dieselautos produzieren nach den Zahlen der Bundesregierung im Durchschnitt nicht weniger klimaschädliches Kohlendioxid als Benziner.

Wie die Zeitungen der Funke Mediengruppe am Mittwoch unter Berufung auf eine Antwort des Bundesverkehrsministeriums auf eine Grünen-Anfrage berichteten, stießen alle 2016 zugelassenen Dieselautos durchschnittlich 128 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer aus. Bei neu zugelassenen Benzinern waren es im Schnitt 129 Gramm CO2.

Ein vergleichbares Verhältnis gibt es den Angaben zufolge seit zehn Jahren, allerdings sank in dem Zeitraum die CO2-Menge. So produzierte im Jahr 2007 ein neu zugelassener Pkw mit Benzinmotor durchschnittlich 168 Gramm Kohlendioxid. Bei einem neuen Diesel waren es 171 Gramm. Das Ministerium stützte sich in seiner Antwort auf die Zulassungsstatistik des Kraftfahrtbundesamtes.

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„Dass der Diesel zum Klimaschutz beiträgt, ist ein Märchen“, sagte der verkehrspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Stephan Kühn, den Zeitungen. Auf ihn ging die Anfrage zurück. Der Diesel verspiele seinen „theoretischen Klimavorteil“, weil er oft in „schweren, hochmotorisierten Autos verbaut“ werde. Echten Klimaschutz gebe es nur mit abgasfreien Elektroautos, die mit Ökostrom geladen würden, sagte Kühn.

Dem Verkehrsministerium zufolge ist der durchschnittliche Dieselneuwagen rund 27 PS stärker und 400 Kilogramm schwerer als der durchschnittliche Neuwagen mit Benzinmotor. Das gilt demnach sowohl für das Jahr 2016 als auch mit leichten Abweichungen für die Jahre zuvor.

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