Macron setzt Enddatum bei Kohle-Energie

Beim Kohleausstieg geht Frankreich voran. Man setzt auf Atomenergie. [Shutterstock]

Anders als Deutschland will das auf Atomkraft setzende Frankreich nach Angaben von Präsident Emmanuel Macron in wenigen Jahren komplett auf Kohle-Energie verzichten.

Frankreich habe beschlossen, bis Ende 2021 alle Kohlekraftwerke stillzulegen, sagte Macron am Mittwoch auf der Weltklimakonferenz in Bonn. Zudem wolle sein Land Erneuerbare Energien stärker fördern.

In Deutschland hingegen waren die Grünen im Zuge der Sondierungen für eine mögliche Koalition mit Union und FDP zuletzt von ihrer Forderung abgerückt, mit 2030 ein Datum für den Kohle-Ausstieg in Deutschland festzuzurren.

Bonner Klimakonferenz: Deutschland tut sich schwer beim Kohleausstieg

Nach dem Atomausstieg setzt Deutschland weiterhin auf einen Mix aus Kohle und erneuerbaren Energien. Beim Kohleausstieg sind andere EU-Länder ambitionierter.

Zur Förderung des Klimaschutzes forderte Macron für Verschmutzungsrechte im Rahmen des Zertifikatehandels in der EU zudem einen Preis von 30 Euro pro Tonne ausgestoßenes Kohlendioxid (CO2). Derzeit liegt der Preis weit darunter. EU-Staaten und Europäisches Parlament hatten sich vorige Woche auf eine Reform des Marktes für Verschmutzungsrechte geeinigt, um mehr Anreize zum Klimaschutz zu schaffen.

Bei der Atomenergie zeigt sich Macron weniger ökologisch. Erst vor Kurzem wurde die Atomwende um zehn Jahre verschoben. Ursprünglich für 2025 festgelegte Reduktionsziele sollen nun erst 2035 gelten. Euractiv berichtete.