Die EU-Kommission wird eine strategische Partnerschaft mit Australien zu kritischen Rohstoffen unterzeichnen, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Quelle gegenüber Euractiv. Damit setzt die EU ihre Bemühungen fort, den Zugang zu seltenen Rohstoffen zu diversifizieren.
Unabhängig davon erklärte die Generaldirektorin der Kommission für Binnenmarkt, Industrie und Unternehmertum, Kerstin Jorna, gegenüber Euractiv, dass sich vier Partnerschaften „in der Verhandlungsphase [befinden] oder zur Unterzeichnung bereit sind.“
Die EU ist bestrebt, ihre Abhängigkeit von China bei wichtigen Rohstoffen, die für die grünen und digitalen Ziele der EU von entscheidender Bedeutung sind, zu verringern. Dazu gehören Lithium, das in Batterien verwendet wird, und seltene Erden, die für die Elektronik unverzichtbar sind.
Die Vertretung Australiens bei der EU und Canberras Handelsagentur Austrade haben bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht auf Euractivs Anfrage nach einem Kommentar zu der Angelegenheit reagiert.
Australien ist reich an Lithium, und fünf Jahre lang haben Australien und die EU versucht, ein bilaterales Freihandelsabkommen auszuhandeln, das die Einfuhrkontrollen auch für andere Güter wie Autos und Rindfleisch gelockert hätte.
Die Handelsgespräche wurden jedoch im November 2023 abgebrochen – Berichten zufolge wegen des Rindfleischsektors.
Eine strategische Partnerschaft umreißt in der Regel eher einige gemeinsame Bereiche der Zusammenarbeit, anstatt Handelsbedingungen zu definieren. Die strategische Partnerschaft der EU mit Kanada über kritische Rohstoffe nähert sich einem Volumen von zehn Milliarden Euro an „europäischen Investitionen in Kanada in den [Sektoren] Rohstoffe und Batterien“, sagte Jorna.
Erst letzte Woche haben die EU-Mitgliedsstaaten das Gesetz über kritische Rohstoffe endgültig abgesegnet. Ziel des Gesetzes ist die Verwirklichung der europäischen Unabhängigkeitsziele.
Im Einklang mit dem Gesetz geht die EU strategische Partnerschaften ein, um den Zugang zu diesen Rohstoffen zu gewährleisten, zuletzt mit Norwegen.
Das Gesetz über kritische Rohstoffe definiert eine Liste von 17 strategischen Elementen, wie Kobalt und Kupfer, und eine erweiterte Liste von 34 kritischen Materialien, zu denen auch Kokskohle gehört.
Das Gesetz setzt ehrgeizige Ziele für die Versorgung mit strategischen Elementen:
Bis 2030 soll der jährliche Bedarf der EU zu mindestens 10 Prozent aus lokal gewonnenen Mineralien, zu 40 Prozent aus in der EU verarbeiteten Elementen und zu 25 Prozent aus Recyclingmaterial gedeckt werden.
Im gleichen Zeitraum darf kein Drittland mehr als 65 Prozent des europäischen Jahresbedarfs an einem der kritischen Materialien liefern.
[Bearbeitet von Zoran Radosavljevic/Kjeld Neubert]

