Klimaziele: Grüne Energie mit oder ohne Gas?

Kann der fossile Energieträger Gas zur Energiewende beitragen? [Shutterstock / tonton]

Die Ziele des Green Deals können nur erreicht werden, wenn der Energiemix durch umweltfreundlichere Energieträger emissionsärmer wird. In dieser Sache sind sich grundsätzlich alle einig. Die Frage jedoch bleibt, ob der fossile Energieträger Gas tatsächlich zu diesen grüneren Alternativen gehört.

„Gas is over – Gas ist vorbei“, sagte der Chef der Europäischen Investitionsbank (EIB), Dr. Werner Hoyer (FDP), bei einer Pressekonferenz im Januar. Die Abkehr vom Gas sei eine Trendwende, „aber ohne den Stopp der ungebremsten Nutzung fossiler Energieträger werden wir die Klimaziele nicht erreichen können.“

Dem widerspricht Mario Mehren, CEO beim Öl- und Gasproduzenten Wintershall Dea, in einem Kommentar bei für EURACTIV (promoted content). Er glaubt, dass die Nutzung von Gas unausweichlich ist, um den stetig steigenden Energiebedarf zu decken. Dafür sei mehr Gas erforderlich statt weniger, betont er, da die erneuerbaren Energiequellen allein nicht ausreichen würden. Natürliches Gas, wie er es nennt, sei notwendig, um Strom erschwinglich zu halten.

Einigkeit beim Wasserstoff

EIB-Chef Hoyer möchte die Unterstützung seiner Bank für fossile Energieträger jedoch bis Ende des Jahres einstellen und stattdessen umso mehr in zukunftsfähige Energiequellen investieren. Er hofft, dass die EIB die durch die Pandemie verursachte Investitionslücke schließen kann, um trotz Wirtschaftskrise die sogenannte „Green Recovery“ voranzutreiben. Bei diesen Investitionen geht es sowohl um grünen Wasserstoff – erzeugt aus erneuerbarem Strom – als auch sogenannten „kohlenstoffarmen Wasserstoff“, der entweder aus Kernkraft oder Erdgas mit Kohlenstoffabscheidungstechnologie hergestellt wird.

Beim Wasserstoff ist der Wintershall Dea-CEO Mehren derselben Meinung. Er stimme dem Technologie-neutralen Ansatz der EIB zu, „sowohl aus erneuerbaren Quellen als auch aus Erdgas erzeugten Wasserstoff zu unterstützen.“ Wasserstoff habe das Potenzial, die Energiewende wieder in Gang zu bringen, fügte er hinzu. Allerdings bemängelt Mehren, dass Wasserstoff aus Erneuerbaren derzeit nicht in ausreichendem Umfang verfügbar ist, weshalb er in seinem Kommentar die Notwendigkeit von fossilem Gas bei der Herstellung von Wasserstoff hervorhebt.

Wirtschaftsmotor oder Umweltkiller?

Die Nutzung von fossilem Gas für die Stromerzeugung sei zudem nötig, um die Corona-gebeutelte Wirtschaft in der EU wieder anzukurbeln, glaubt der CEO von Wintershall Dea, dessen Produktportfolio derzeit aus rund 70 Prozent Erdgas besteht. Gas könne die Wirtschaft zuverlässig ankurbeln und der Industrie helfen, umweltfreundlicher zu werden und ihre Emissionen preiswert zu reduzieren, behauptet er.

Hoyer dagegen befürchtet einen Aufschwung, welcher Klima und Umwelt vernachlässigt. „Der Kampf gegen den Klimawandel kann nicht warten, bis die Pandemie vorbei ist. Die COVID-Krise ist kein Grund, die Klima- und Umweltherausforderungen, vor denen die Menschheit steht, nicht mehr anzugehen“, sagte er im Januar.

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