Island verspricht, Walfang zu überdenken

Blauwale sind die größten Tiere der Erde und stehen unter besonderem Schutz. [Shutterstock]

Islands Premierministerin Katrín Jakobsdóttir hat vergangene Woche in Reaktion auf die Tötung eines Wals – bei dem es sich wahrscheinlich um einen geschützten Blauwal handelt – versprochen, eine Untersuchung der umstrittenen Walfangindustrie ihres Landes einzuleiten.

Die deutsche Naturschutzgruppe Hard to Port hatte vergangene Woche mitgeteilt, die isländische Walfanggesellschaft Hvalur habe in der Nacht zum 7. Juli einen jungen Blauwal mit einer Harpune beschossen und getötet.

Firmeninhaber Kristjan Loftsson bestand hingegen darauf, dass das Tier ein Finnwal oder eine Kreuzung der beiden Arten gewesen sei. Island erlaubt – trotz eines internationalen Moratoriums über den Walfang – die Jagd auf Finnwale, verbietet aber das Töten von Blauwalen.

Experten gehen auf Grundlage von Bildern des toten Wals inzwischen jedoch ebenfalls davon aus, dass es sich tatsächlich um die geschützte Art handelt.

Blauwale sind die größten Tiere des Planeten. Sollten nun anstehende DNA-Proben den Verdacht bestätigen, wäre dies der erste mit einer Harpune getötete Blauwal seit einem halben Jahrhundert.

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Isländische Regierung verspricht Debatte über Walfang

Jakobsdóttir kündigte auf dem NATO-Gipfel vergangene Woche an, ihre Regierung werde diesen Herbst eine umfassende Überprüfung der heimischen Walfangindustrie vornehmen.

Internationale Wal- und Tierschutzexperten hatten am 14. Juli an die isländische Regierung geschrieben und gefordert, den Walfang zumindest einzustellen, bis die „Identität“ des getöteten Wals geklärt ist.

Die Experten machten auch auf die isländische Walfangverordnung aufmerksam, die das Töten von Grönlandwalen, Nördlichen Glattwalen, Buckelwalen und Blauwalen verbietet. Das Gesetz besagt auch, dass potenzielle Straftäter bis zu einer gerichtlichen Entscheidung über den Fall festgesetzt werden müssen.

Jakobsdóttir und ihre Partei, die links-grüne Bewegung, sind seit Ende letzten Jahres an der Macht. Die amtierende Regierungschefin spricht sich gegen den Walfang aus, ihre Koalitionspartner sind jedoch für den Erhalt des Wirtschaftszweigs.

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Nationale Fangquoten trotz globaler Verbote

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war der Blauwal durch kommerziellen Walfang an den Rand des Aussterbens gebracht worden. Erst 1967, als der Art besonderer Schutzstatus zuerkannt wurde, erholte sich die Blauwal-Population leicht.

Im Jahr 1982 wurde dann ein weltweites Verbot des kommerziellen Walfangs eingeführt. Japan nutzt dabei eine Lücke, die Fang-Ausnahmen für „wissenschaftliche Zwecke“ erlaubt. Die EU hat am heutigen Dienstag ihr bisher größtes Handelsabkommen mit der asiatischen Nation besiegelt, was unter anderem von Walschützern kritisiert wurde.

Island und Norwegen hingegen richten sich nach eigenen nationalen Fangquoten, da beide Staaten das Moratorium der Internationalen Walfangkommission ablehnen.

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