Interview: Europa braucht ‚Stromautobahnen’ [DE]

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Eine von UCTE, der Union für die Koordinierung des Transports von Elektrizität, organisierte Konferenz werde versuchen, die Kommunikationslücke zwischen Politikern und Technikern auszufüllen, sagte Dr. Klaus Kleinekorte, geschäftsführender Direktor des deutschen Stromriesen RWE, in einem Interview mit EURACTIV. 

Das Ziel der Konferenz, die am 8. Januar 2009 im Europäischen Parlament abgehalten wird, sei, sich erstmals auf die Probleme des Stromnetzes zu konzentrieren und nicht auf den Stromsektor insgesamt, erklärte Kleinekorte.

Eines der Probleme, die diskutiert werden müssten, sei die Interoperabilität der Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB), die für die „Transportschicht“ zuständig sind, sagte der RWE-Direktor. Er verglich die Interoperabilität von Netzen mit dem Fahren eines Autos über Autobahnen in verschiedenen Ländern, an deren Grenzen die Straßen aneinander angepasst werden müssten. 

„Wir würden gerne sagen: Schaut her, hier ist ein System, dass euch mit Strom versorgt. Dieses System ist komplex und unsere Herauforderung ist, es ein wenig verständlicher zu machen“, sagte Kleinekorte. 

Kleinekorte, der außerdem eine Arbeitsgruppe der UCTE zum Betrieb und zur Sicherheit des Stromnetzes leitet, sagte, er spreche nicht als Vertreter von RWE, sondern für die Gemeinschaft der ÜNB, für die er die Arbeitsgruppe zum Betrieb und zur Sicherheit einberuft. 

„Die Transportschicht ist wirklich die Stütze der Sicherheit“, meinte Kleinekorte und fügte hinzu, dass ein besseres Verständnis des „Transportgeschäfts“ entwickelt werden müsste, wenn das politische Ziel darin bestehe, den Elektrizitätsmarkt auf ganz Europa auszuweiten. 

Er brachte seine Hoffnung zum Ausdruck, dass die Politiker von einem „umfassenderen Verständnis“ der Komplexität der Funktionsweise der europäischen Netze profitieren würden, das heißt „wie sie wirklich, unter einem technischen und nicht unter einem regulatorischen Gesichtpunkt, funktionieren“. 

Kleinekorte führte zwei Beispiele für die Kommunikationslücke zwischen den Politikern und den Technikern an. Zum einen würden Politiker Ziele für einen stärker miteinander verbundenen Strommarkt festlegen, ohne deutlich zu sagen, wer für was bezahlen solle. Zum anderen würden Forderungen nach der schnellstmöglichen Errichtung zusätzlicher Hochspannungsleitungen gestellt, obwohl die erforderliche Umweltverträglichkeitsprüfung mindestens zwei Jahre in Anspruch nehme.

„Wenn man den Strommarkt auf ganz Europa ausweiten will, braucht man Stromautobahnen. Wie arbeiten wir zusammenarbeiten? Wie setzen wir das um? Wir wollen, dass die technischen Fragen für die Leute transparenter werden, die keine spezielle Beziehung zu technischen Themen haben“, sagte er. 

Er fügte hinzu, dass auch Umweltvertreter zur Konferenz eingeladen seien, da es nicht das Hauptziel sei, einen Keil zwischen die Befürworter und die Gegner von zusätzlichen Hochspannungsleitungen zu treiben. 

„Das Ziel ist, auf einer neutralen Basis zu sagen: Es bestehen Herausforderungen, die im Auge behalten werden müssen“, sagte Kleinekorte.

Um das vollständige Interview zu lesen, klicken Sie bitte hier

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