Nach einer Untersuchung der Umwelt-NGO Transport and Environment (T & E), stoßen die Neuwagen, die im Jahr 2005 verkauft wurden, durchschnittlich 160 Gramm CO2 pro Kilometer aus, was eine Verringerung um lediglich 1 % gegenüber dem Vorjahr darstellt.
T & E hat die Verkaufszahlen der Automobilindustrie analysiert und kam zu dem Ergebnis, dass die Automobilindustrie mit großer Wahrscheinlichkeit nicht ihr freiwilliges Versprechen, die CO2-Emissionen und den Kraftstoffverbrauch zu senken, einhalten werde.
Laut T & E müssten die Hersteller den CO2-Ausstoß drei Jahre in Folge um 4,3 % senken, würden sie ihr Versprechen, den CO2-Ausstoß bis 2008 auf 140 Gramm pro Kilometer zu senken, erfüllen wollen. Inoffiziell habe die Europäische Kommission, so T & E, die Frist zur Erreichung der EU-Zielvorgabe von durchschnittlich 120 Gramm CO2 pro Kilometer sogar bereits um zwei Jahre verschoben (auf 2012).
Der Stand der Umsetzung durch die Automobilhersteller bei der Erfüllung ihres freiwilligen Versprechens wird jährlich durch die Kommission überprüft. Letztes Jahr hatte die Kommission bereits angemerkt, dass das Tempo bei der Reduktion der Emissionen 2 % p.a. unterhalb der Zielvorgabe lag (s. EURACTIV, 24. Juni 2005).
Positionen
„Durch Vorschriften, die Autos kraftstoffeffizienter machen, könnte eine Menge Geld eingespart werden“, sagte der Direktor von T & E, Jos Dings. Er sagte weiter, dass eine Erfüllung der Zielvorgaben der EU zu einer 25 %igen Benzinpreisreduktion führen könnte. Bei heutigen Preisen würde dies bei einem Durchschnittswagen über einen Zeitraum von drei Jahren eine Ersparnis von 1.000 € ausmachen.
Der Verband Europäischer Automobilhersteller wollte auf Anfrage von EURACTIV zu den Ergebnissen von T & E keinen Kommentar abgeben, da sie die Ergebnisse von T & E noch mit den offiziellen Zahlen vergleichen möchten. ACEA-Sprecher Alfredo Filippone wies darauf hin, dass seit 2003 die Zahlen über den CO2-Ausstoß von den Mitgliedstaaten ermittelt werden. Zuvor war dies Aufgabe der einzelnen Automobilhersteller.
Bereits letztes Jahr kritisierte das World Resources Institute (WIR) den ACEA. Seiner Ansicht nach würden die Automobilhersteller ihre Strategien zur Erreichung des freiwilligenVersprechens nicht vollständig offen legen. Das Problem bezüglich dieser Vereinbarung mit dem ACEA sei, so Amanda Sauer vom WIR, dass niemand genau wisse, wie die Automobilindustrie dieses Ziel bis 2008 erreichen wolle.
Hintergrund
1998 hat der Verband Europäischer Automobilhersteller (ACEA) der Europäischen Kommission zugesagt, den durchschnittlichen CO2-Ausstoß auf 140 Gramm pro Kilometer bei Neuwagen bis spätestens 2008 zu senken. Die japanischen und koreanischen Automobilhersteller, vertreten durch JAMA und KAMA, wollen dieses Ziel bis 2009 erreichen.
Das erklärte Ziel der EU-Staats- und Regierungschefs ist, den CO2-Ausstoß auf durchschnittlich 120 Gramm pro Kilometer für alle neuen Personenwagen bis 2010 zu verringern.
Zeitstrahl
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im Juni 2006 wird die Kommission ihren Fortschrittsbericht vorlegen
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2008 läuft die Frist für den ACEA, den CO2-Ausstoß auf 140 Gramm pro Kilometer zu reduzieren, ab
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2009 läuft die Frist für JAMA und KAMA, den CO2-Ausstoß auf 140 Gramm pro Kilometer zu reduzieren, ab
Weitere Informationen
EU official documents
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