„Grüne Technik“: Wunderwaffe der europäischen Batterie-Produktion?

Europa will seinen Rückstand auf dem schnell wachsenden Batterie-Markt für Elektroautos und Energiespeicher durch eine Konzentration auf umweltfreundliche Technik aufholen. [avda-foto/Flickr]

Europa will seinen Rückstand auf dem schnell wachsenden Batterie-Markt für Elektroautos und Energiespeicher durch eine Konzentration auf umweltfreundliche Technik aufholen.

Dies sei eine der Prioritäten für eine europäische Batterie-Allianz, die am Freitag bei einem Industrietreffen in Brüssel verabschiedet werden sollten, sagte der für Energie zuständige Vize-Kommissionspräsident Maros Sefcovic am Dienstag. „Grüne Batterien“ wären demnach „ein Wettbewerbsvorteil“ auf dem bisher von asiatischen Firmen dominierten Markt.

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Autobauer und Zulieferer müssen nach Schätzungen der EU-Kommission in Europa einige große Fabriken für Elektroauto-Batterien hochziehen.

Bei Elektroautos sind Batterien das teuerste Bauteil und gleichzeitig das entscheidende für deren Attraktivität. Deutsche Autohersteller drohen deshalb in Zukunft immer weniger an der Wertschöpfung beim Bau von Fahrzeugen zu verdienen, was auch negative Folgen für Arbeitsplätze haben könnte. Auch zur Zwischenspeicherung werden Batterien wegen des zunehmenden Stellenwerts von unregelmäßig nutzbaren erneuerbaren Energien wie Sonne und Wind immer wichtiger.

Weitere „Prioritäten“ der Batterie-Allianz sind laut Sefcovic die „Vereinfachung der Genehmigungsverfahren“ für den Abbau von Rohstoffen für die Batterien sowie die Entwicklung von Standards für Produktion, Software, Sicherheit und Recycling. Geplant sei zudem die Bündelung von Kapazitäten für die Entwicklung der Batterien.

Batteriebedarf von Elektroautos kann Rohstoffknappheit auslösen

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Die EU prüfe ihrerseits die Nutzung von Finanzmitteln für Pilotprojekte und die Qualifizierung von Beschäftigten, sagte Sefcovic. Bei Umschulung und Weiterbildung gebe es laut Industrie einen Bedarf für „300.000 bis 400.000 Arbeitnehmer bis zum Jahr 2020“ in Europa.

Der Batterie-Markt wird laut Sefcovic nach Schätzungen von Industrievertretern im Jahr 2025 weltweit rund 250 Milliarden Euro schwer sein. Um allein seinen Bedarf zu decken, brauche Europa zehn bis 20 „Giga-Firmen“ zur Batterieherstellung.

EU will in Aufbau von Batterie-Branche für E-Autos investieren

Die EU wünscht sich eine E-Autobranche, die eng mit ihren Zulieferern zusammenarbeitet, möglichst auf europäischem Gebiet. Der EU-Energiekommissar Sefcovic teilte nach dem „Batterie-Gipfel“ mit, die EU werde investieren.

Die Kommission hatte deshalb bereits im vergangenen Jahr eine EU-Batterie-Allianz aus der Taufe gehoben. Sie soll nach dem Vorbild des Flugzeugbauers Airbus europäische Kapazitäten zur Produktion bündeln.

Von deutscher Seite ist unter anderem das deutsche Batterie-Konsortium TerraE sowie der Siemens-Konzern mit von der Partie. Siemens will dabei vor allem Software für die Batterie-Steuerung bereitstellen und zur Automatisierung der Produktion beitragen.

Positionen

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