Greenpeace stört internationalen Atomgipfel in Brüssel

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Ein Beispiel dafür ist eine Aktion während des internationalen Atomenergiegipfels: Der Aktivist hing mit seinem Schild in der Luft über dem Pressebereich, in dem die Staats- und Regierungschefs sowie die Vertreter der Delegationen ankamen. [Paul Messad / Euractiv]

Greenpeace-Aktivisten störten am Donnerstag (21. März) die große Atommesse in Brüssel. An der Veranstaltung nahmen rund 40 offizielle Delegationen aus der ganzen Welt teil.

„Atomkraft, ein Märchen“, stand auf einem Schild, das ein Greenpeace-Aktivist vor dem Gebäude hochhielt, in dem der internationale Gipfel zur Atomenergie stattfand. Dieser wurde am Donnerstag in Brüssel von der belgischen EU-Ratspräsidentschaft und der Internationalen Atomenergiebehörde organisiert.

Bisher war dies nichts Ungewöhnliches. Die NGO ist für ihren historischen Kampf gegen die Atomkraft und für ihre drastischen Aktionen bekannt.

Der Aktivist hing mit seinem Schild in der Luft über dem Pressebereich, in dem die Staats- und Regierungschefs sowie die Vertreter der Delegationen ankamen.

Zum Zeitpunkt seiner Aktion befanden sich keine Staats- oder Regierungschefs oder Delegationsvertreter in dem Bereich. Allerdings wurde die Ankunft des französischen Präsidenten Emmanuel Macron bereits erwartet.

Das Ergebnis: Der Pressebereich wurde aus „Sicherheitsgründen“ geräumt, wie man den Journalisten vor Ort, darunter Euractiv, erklärte.

Frankreichs Energiekonzern EDF kämpft mit seinen Atomprojekten

Der staatliche französische Energiekonzern EDF wird wegen steigender Kosten und Verzögerungen bei seinen Atomprojekten stark kritisiert. Auch bei bestehenden Reaktoren gibt es Probleme. Damit steht EDF und der gesamte Nuklearsektor vor einigen Herausforderungen.

Greenpeace spricht von einem „Märchen“

Auf die Frage nach den Gründen für seine Aktion, gab der Aktivist keine Antwort.

„Europa darf sich nicht den Lobbys der Atomindustrie und der französischen Regierung beugen, die auf der Suche nach Geld sind, um die „neue Atomkraft“ zu finanzieren. Greenpeace verurteilt die mangelnde Glaubwürdigkeit des nuklearen Neustarts, Kosten und Fristen dieses abenteuerlichen Projekts“, erklärte die NGO in einem Tweet.

In einer späteren Pressemitteilung erklärte sich Greenpeace genauer. Die NGO kritisiert „ein realitätsfernes Treffen, das den alten Mythos einer omnipotenten Energie, die das Klima retten könnte, fortsetzt.“

„Die ’neue Atomkraft‘, ob große Reaktoren oder kleine modulare Reaktoren (SMR), ist die denkbar schlechteste Wahl für unsere dekarbonisierte Zukunft“, fuhr die Organisation fort.

Zuvor veröffentlichte Greenpeace am Dienstag (19. März) einen Bericht, der die Atomkraft stark kritisierte. Das neue französische Programm sei zu teuer und zu langsam und könnte bis zu 100 Milliarden Euro kosten, so die NGO. Bisher wurden die Kosten auf 50 bis 70 Milliarden Euro geschätzt.

EDF ist seinerseits dabei, eigenen Berechnungen anzustellen. Es seien jedoch noch nicht alle Studien durchgeführt worden, argumentiert der Energieversorger. Der Chef von EDF, Luc Rémont, weist daher vorerst alle Schätzungen zurück.

Lesen Sie den französischen Originalartikel hier.

[Bearbeitet von Anne-Sophie Gayet/Kjeld Neubert]

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