Greenpeace-Chefin soll deutsche Klimaaußenpolitik übernehmen

Morgans Ernennung ist die jüngste in einer Reihe von Einstellungen von grünen Ministerialbeamten in der neuen Bundesregierung, die die Klimakompetenz der Regierung stärken sollen. [Greenpeace/Bernd Lauter]

*Aktualisiert mit zusätzlichen Kommentaren

Die Chefin von Greenpeace International, Jennifer Morgan, soll künftig die internationale Klimapolitik der Bundesregierung leiten.

Jennifer Morgan leitet seit 2016 die Aktivistenorganisation Greenpeace und hatte zuvor Posten beim World Wildlife Fund (WWF) und dem World Resources Institute innehat. Nun soll sie als  Sonderbeauftragte für internationalen Klimaschutz im Bundesaußenministerium angekündigt werden.

„Ich freue mich ungemein, dass die Klimaaußenpolitik mit Jennifer Morgan als Sonderbeauftragte für internationale Klimapolitik eine so starke Verfechterin bekommt,“ sagte die Bundesaußenministerin Annalena Baerbock.

„Wenn die Bekämpfung der Klimakrise eines ist, dann Chefinnensache.“

Das von der ehemaligen Grünen-Parteivorsitzenden Annalena Baerbock geleitete Bundesaußenministerium ist für die internationale Klimadiplomatie zuständig. Morgan wird vor allem mit der Vorbereitung der jährlichen Weltklimakonferenz „Conference of Parties“ (COP) betraut, wie Reuters berichtet.

Jennifer Morgan bei der COP26, an der sie als Aktivistin teilnahm. Es wird erwartet, dass sie die COP27 im Namen Deutschlands organisieren wird. Bildnachweis: Jennifer Morgan.

Es ist jedoch unklar, ob Morgan die Leitung des Petersberger Klimadialogs übernehmen wird, der von der ehemaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel ins Leben gerufen wurde und dessen 13. Ausgabe im Mai stattfinden soll.

Weitere Medienberichte besagen, dass Morgan Staatssekretärin im Außenministerium werden soll.

Eine Voraussetzung für die Verbeamtung als Staatssekretärin ist die deutsche Staatsbürgerschaft. Da Morgan nicht über die deutsche Staatsangehörigkeit verfügt, wird ihr Antrag auf Einbürgerung derzeit bearbeitet.

Da die Grünen die Berliner Amtsstuben mit Gleichgesinnten füllen, ist die Empörung in den Reihen der CDU/CSU-Partei groß.

„Grüne Lobbyisten sind gute Lobbyisten. Auch als Staatssekretärin“, twitterte der EU-Abgeordnete Markus Pieper, Parlamentarischer Staatssekretär der CDU/CSU im EU-Parlament.

Ähnlich äußerten sich auch andere konservative Abgeordnete. „Als gelernte Diplomatin fragt man sich langsam, was Diplomaten im Auswärtigen Amt eigentlich noch sollen…“, schrieb die konservative EU-Abgeordnete Hildegard Bentele auf Twitter.

„Wenn es gegen Greenpeace geht, entdeckt die CDU also plötzlich ihr Herz für Lobbytransparenz“, kommentierte der grüne EU-Abgeordnete Daniel Freund.

Morgans Ernennung ist die jüngste in einer Reihe von Einstellungen von grünen Ministerialbeamten in der neuen Bundesregierung, die die Klimakompetenz der Regierung stärken sollen.

Zunächst stellte Vizekanzler Robert Habeck den prominenten EU-Gesetzgeber Sven Giegold ein, dann den Think-Tank-Chef Patrick Graichen und nun die Chefin von Greenpeace.

[Bearbeitet von Nathalie Weatherald]

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