„Green Consumption Pledge“: Mehr Nachhaltigkeit bei Decathlon und Co.

Fünf Unternehmen wollen ihren Fußabdruck verringern. [Grassmemo / Shutterstock]

Die Europäische Kommission hat am Montag ihre Initiative für „grünen Konsum“ (Green Consumption Pledge) gestartet. Der französische Sportartikelhändler Decathlon meldete sich als eines der ersten Unternehmen, die an dem Projekt teilnehmen. EURACTIV Frankreich berichtet.

Die Initiative ist Teil des europäischen Klimapakts, der am 16. Dezember ausgerufen wurde. Es ist auch die erste Initiative, die im Rahmen der im November 2020 angekündigten sogenannten Neuen Verbraucheragenda gestartet wird.

Die neuen Pläne zielen laut EU-Kommission auf eine „Stärkung der Resilienz der Verbraucherinnen und Verbraucher für eine nachhaltige Erholung“ von der aktuellen Krise ab. Dies wolle man erreichen, indem für mehr nachhaltige und umweltfreundlich produzierte Produkte gesorgt wird.

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Laut EU-Justizkommissar Didier Reynders, der die Initiative am Montag offiziell einweihte, soll diese „die Verbraucher in die Lage versetzen, umweltfreundliche Entscheidungen zu treffen“. Der Vorstoß biete die für die Kundinnen und Kunden wichtige „Transparenz in Bezug auf den CO2-Fußabdruck und die Nachhaltigkeit von Produkten“.

Die teilnehmenden Unternehmen müssen sich dazu verpflichten, ihren gesamten CO2-Fußabdruck sowie den ihrer Top-Produkte zu berechnen. Außerdem müssen sie den Absatz nachhaltiger Produkte und Dienstleistungen steigern, nachhaltige Praktiken fördern und einen leichteren Zugang zu Informationen über Verbraucherfragen in Bezug auf den CO2-Fußabdruck einzelner Produkte bieten.

Weniger Emissionen, mehr grünes Design

Als eines der ersten fünf Unternehmen, die die Initiative unterzeichnet haben, veröffentlichte das Sportartikelunternehmen Decathlon am Montag eine Reihe von Verpflichtungen, die gemeinsam mit der Kommission für einen nachhaltigen Übergang erarbeitet wurden. Die weiteren Teilnehmenden sind bisher die Colruyt-Gruppe, LEGO, L’Oréal und Renewd.

„Wir bei Decathlon produzieren tagtäglich Abfall und nutzen die Ressourcen des Planeten,“ so Isabelle Guyader, Leiterin des Nachhaltigkeitsprogramms des Unternehmens. „Wir haben Einfluss, also handeln wir.“

Mit dem Ziel, die eigene Nachhaltigkeitswende sicherzustellen, wolle Decathlon bis 2026 seine direkten und indirekten Treibhausgasemissionen um 75 Prozent im Vergleich zu 2016 reduzieren. Ebenfalls bis spätestens 2026 will das Unternehmen ausschließlich erneuerbare Energiequellen für seine Produktion verwenden.

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Da die Produkte von Decathlon laut der Mitteilung für 80 Prozent der gesamten CO2-Emissionen des Unternehmens verantwortlich sind, wolle man sich insbesondere auf sie fokussieren. So plant der Sportartikelhändler, seine Emissionen bis 2026 um 40 Prozent pro verkauftem Produkt zu reduzieren und den Anteil der „ökologisch konzipierten Produkte“ bis 2022 auf 30 sowie bis 2026 auf 100 Prozent zu erhöhen. Bezüglich dieser Produkte orientiere man sich an den Definitionen der EU-Richtlinie über die „umweltgerechte Gestaltung energieverbrauchsrelevanter Produkte“.

Darüber hinaus plant das Unternehmen, drei Millionen Euro für eine Medienkampagne auszugeben. Auf seiner Website wird Decathlon außerdem Informationen über seine jährliche CO2-Bilanz und seine „konkreten Maßnahmen für einen nachhaltigen Wandel“ veröffentlichen.

Testphase bis Januar 2022

Die Initiative „Green Consumption Pledge“ ist nun also in ihre Pilotphase gestartet.

Zunächst auf ein Jahr begrenzt, wird sie Anfang 2022 in Abstimmung mit den teilnehmenden Unternehmen und Verbraucherorganisationen evaluiert. Dann soll festgelegt werden, welche weiteren Schritte unternommen werden könnten.

Die EU-Initiative steht explizit für weitere Unternehmen offen. Diese können sich noch bis Ende März 2021 bei der Europäischen Kommission zur Teilnahme registrieren.

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