Glyphosat : Efsa-Bericht zum Teil Kopie von Monsanto-Papier

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Glyphosat-Gegner fordern ein vollständiges Verbot von Glyphosat und verweisen dabei auf die Forschungsergebnisse der Weltgesundheitsorganisation (WHO). [Global Justice Now/Flickr]

Die Europäische Agentur für Lebensmittelsicherheit hat laut einem Bericht wohl teilweise die Argumentation des Herstellers Monsanto übernommen – darunter die wichtigsten Kapitel.

Im Streit um das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat hat die Europäische Agentur für Lebensmittelsicherheit (Efsa) einem Zeitungsbericht zufolge teilweise die Argumentation des Herstellers Monsanto übernommen. Es gehe um rund hundert Seiten des 4300 Seiten umfassenden Schlussberichts der Efsa aus dem Jahr 2015, und zwar um die „umstrittensten Kapitel“, berichteten am Freitag die italienische Zeitung „La Stampa“ und die britische Zeitung „Guardian“.

Die Efsa mit Sitz im italienischen Parma hat sich für eine Verlängerung der Zulassung von Glyphosat ausgesprochen – dem will die EU-Kommission demnächst folgen.

Die EFSA und das Glyphosat

Die EFSA, die europäische Lebensmittel-Agentur, steht aufgrund ihrer Bewertung von Glyphosat in der Kritik.

EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis hatte Mitte Juli angekündigt, er wolle bei der wissenschaftlichen Debatte um die Schädlichkeit von Glyphosat zum Ende kommen. Es gebe keinen Grund, den Stoff als krebserregend einzustufen. Dies sei auch die Auffassung der Europäischen Chemikalienagentur (Echa) und der Efsa. Die Zulassung des Mittels läuft Ende des Jahres aus.

„Die Kapitel im Efsa-Bericht über die bislang veröffentlichten Studien zur Wirkung von Glyphosat auf die menschliche Gesundheit sind quasi Wort für Wort von einem Monsanto-Bericht aus dem Jahre 2012 übernommen“, schrieb nun „La Stampa“. Damals hatte der US-Chemiekonzern – mittlerweile im Besitz von Bayer – im Namen des Konsortiums „Glyphosate Task Force“ den Bericht eingereicht. Der Gruppe gehören mehr als 20 Unternehmen an, die Glyphosat-Produkte in Europa verkaufen.

Glyphosat: Frankreich will gegen weitere Zulassung votieren

Frankreich will in Brüssel offenbar gegen die Verlängerung der Zulassung von Glyphosat stimmen. Kritiker des umstrittene Herbizids hoffen nun, dass im Oktober die weitere Verwendung gestoppt wird.

Die Efsa habe aber versichert, dass ihr Bericht auf der objektiven Zusammenstellung aller wissenschaftlichen Studien über die Wirkung von Glyphosat basiere, hieß es in „La Stampa“.

Der Streit um das Unkrautvernichtungsmittel tobt seit Jahren. Eine Agentur der Weltgesundheitsorganisation WHO hatte im Frühjahr 2015 erklärte, Glyphosat sei „wahrscheinlich krebserzeugend bei Menschen“. Den Herstellern zufolge handelte es sich dabei jedoch nur um „theoretische Überlegungen“ ohne Bezug zu realen Verbraucherrisiken. Das bestätigte ein zweiter WHO-Bericht. Auch Aufsichtsbehörden in Deutschland kamen zu dem Schluss, dass von Glyphosat keine Gesundheitsgefahr ausgeht.

Kritiker beharren auf den möglichen Gesundheitsrisiken des Mittels. Mehrere Europaabgeordnete haben der Efsa und der Echa bereits vorgeworfen, sie hätten sich von Monsanto beeinflussen lassen. „La Stampa“ und der „Guardian“ verlinkten ihren Bericht mit der Gegenüberstellung des Efsa- und des Monsanto-Dokuments im Internet.

EU-Chemieagentur: Glyphosat nicht krebserregend

Glyphosat sei nicht krebserregend, so das vorläufige Gutachten der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) – ein Befund, der bei Umwelt-NGOs Empörung auslöst. EURACTIV Brüssel berichtet.

Die EU-Kommission hatte nach einer monatelangen Hängepartie Ende Juni vergangenen Jahres mangels einer Mehrheit der Mitgliedstaaten für oder gegen Glyphosat die Zulassung vorerst um anderthalb Jahre verlängert. Zum Jahresende läuft die derzeitige Übergangslösung aus.

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