118 Länder haben sich verpflichtet, ihre Kapazität an erneuerbaren Energien bis 2030 zu verdreifachen und ihre Energieeffizienz zu verdoppeln. China und Indien haben sich der Allianz nicht angeschlossen.
Die Verdreifachung der weltweiten Kapazität an erneuerbaren Energien auf elf Terawatt bei gleichzeitiger Verdopplung der Energieeffizienz ist eine Initiative, die Europa im Frühjahr 2023 gestartet hat.
Das Erreichen der weltweiten Klimaziele „beginnt mit dem Wandel des Energiesektors“ und einem geringeren Energieverbrauch, erklärte die Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen am 2. Dezember auf der UN-Klimakonferenz COP28 in Dubai. Die jährliche globale Zusammenkunft findet vom 30. November bis zum 12. Dezember statt.
Mit ihrer Rede gab sie den Startschuss für eine globale Verpflichtung von 118 Ländern, welche die weltweite Kapazität an erneuerbaren Energien und die Energieeffizienz stark ausbauen wollen.
Die Verpflichtung, elf Terawatt an erneuerbarer Kapazität zu installieren, sei eine „Botschaft der Hoffnung“, sagte von der Leyen. „Die billigste Energie sei die, die nicht verbraucht wird“, fügte die EU-Kommissionschefin hinzu.
„Mit diesen Zielen senden wir eine klare Botschaft an Industrie und Investoren“, betonte sie und fügte hinzu, dass dieses Maß an Klarheit eine wichtige Planungshilfe für Unternehmen sei und privates Kapital mobilisieren könne.
Außerdem wird mit der Verpflichtung ein Rahmen für das Beurteilen von Verbesserungen geschaffen. „Nur was gemessen wird, wird auch gemacht“, sagte von der Leyen. China, wie immer der Elefant im Raum der 118 unterzeichnenden Länder, hat sich der Initiative noch nicht angeschlossen. Mexiko tat dies in letzter Minute.
Da die Verpflichtungserklärungen nicht verbindlich sind, betonten die Aktivisten, dass sie in den endgültigen Text der zweiwöchigen Klimakonferenz in Dubai aufgenommen werden sollten. Dies dürfte eine Herausforderung sein, wird aber auch von der EU als notwendig angesehen.
„Das Jahr 2030 steht vor der Tür, und in den kommenden Tagen müssen wir dafür sorgen, dass diese Ziele in die Abschlusserklärung der COP aufgenommen werden“, betonte von der Leyen und fügte hinzu, dass die EU 2,3 Milliarden Euro zur Unterstützung der Initiative „in den kommenden Jahren“ bereitstellen werde.
Die Vereinbarung, die erneuerbaren Energien zu verdreifachen und die Energieeffizienz zu verdoppeln, ist nur die erste Hürde für die in Dubai versammelten Klimabefürworter.
Während ein Teil der Aufmerksamkeit auf die Methanlecks im Energiesektor gelenkt wird – ein leicht zu lösendes Problem, das als Schlüssel zur Begrenzung der kurzfristigen Erwärmung angesehen wird – bestehen Klimaschützer auf einer klaren Aussage zum Ausstieg aus fossilen Brennstoffen.
„Die Präsidentschaft hat nur einen halben Kuchen gebacken. Damit die COP28 ihre Aufgabe erfüllen kann, müssen sich die Länder in den formellen Verhandlungen der Globalen Bestandsaufnahme zu einer Verdreifachung der erneuerbaren Energien, einer Verdoppelung der Energieeffizienz und einem deutlichen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen verpflichten“, betonte Linda Kalcher vom Think-Tank Strategic Perspectives.
[Bearbeitet von Zoran Radosavljevic/Kjeld Neubert]

