Die Beilegung des Gasstreits zwischen Russland und der Ukraine hat die EU erleichtert aufatmen lassen. Doch die Frage, wie mit ihrer Abhängigkeit von Energieressourcen aus instabilen und politisch angespannten Regionen umzugehen ist, ist damit noch lange nicht vom Tisch.
Die „Gaskrise“ hat eine der größten Schwächen der europäischen Energiepolitik bloßgelegt: Aufgrund nationaler Interessen gibt es keine wirkliche gemeinsame Energiepolitik und der Schaffung eines Energiebinnenmarkts stellen sich zahlreiche Hindernisse in den Weg. Bei einem informellen Treffen der EU-Chefs im Oktober 2005 in Hampton Court forderte der britische Ratsvorsitz denn auch eine bessere Koordinierung der Energiepolitik. Die Kommission wird auf dem Frühjahrsgipfel im März 2006 voraussichtlich eine Mitteilung zu diesem Thema vorlegen.
Bei einer im Anschluss an das Treffen der Gaskoordinierungsgruppe stattfindende Pressekonferenz am 4. Januar äußerten sich EU-Energiekommissar Piebalgs und der österreichische Wirtschaftsminister Bartenstein zufrieden über die Einigung zwischen der Ukraine und Russland. Sie betonten die Wichtigkeit einer besseren europäischen Zusammenarbeit in Energiefragen. Der Dialog zwischen den Energiepartnern müsse verbessert werden und Europa müsse mehr in eigene Energieressourcen investieren (Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz, Nutzung erneuerbarer Energie und möglicherweise Atomenergie). Russland und die Ukraine würden weiterhin als zuverlässige energiepolitische Partner betrachtet werden.

