Die Energieminister der Gruppe der Acht (G8) sowie diejenigen aus China, Indien und Südkorea, brachten am Sonntag (8. Juni 2008) ihre Bedenken über die Folgen der steigenden Rohölpreise für die Weltwirtschaft zum Ausdruck. Sie forderten eine effizientere Nutzung von Energie und eine stärkere Nutzung von Atomkraft.
Die gegenwärtigen hohen Ölpreise seien beispiellos und nicht im Interesse der Verbrauchs- oder der Erzeugerländer, so eine gemeinsame Stellungnahme der Gruppe der Länder, die sie nach ihrem Ministertreffen in Hokkaido, Japan, veröffentlichten. Im Text heißt es weiter, die Preise seien eine enorme Belastung – insbesondere für Entwicklungsländer, in denen Rohstoffe knapp sind.
Innerhalb der vergangenen vier Jahre haben sich die Rohölpreise mehr als verdreifacht – von 40 US-Dollar pro Barrel im Jahr 2004 auf fast 140 Euro bei Börsenschluss am Freitag (6. Juni 2008). Der rasante Preisanstieg hat sowohl in Industrie- als auch Entwicklungsländern zu öffentlichen Protesten geführt und für Ausschreitungen gesorgt.
Die gemeinsame Stellungnahme erwähnt nicht die Organisation der Erdöl exportierenden Länder (OPEC), die unter Druck geraten ist, die Rohölgewinnung zu erhöhen, um die Preise zu senken.
Stattdessen verweist der Text eher auf die Zusicherungen der Minister, die Energieeffizienz zu verbessern, damit die Wirtschaften weniger unter Ölpreisen leiden. Das Potential der Atomenergie, eine kohlenstoffarme Alternative zur Stromerzeugung mittels fossiler Brennstoffe zu bieten, wird ebenfalls in der Erklärung umfassend diskutiert.
Deutschland ist das einzige Mitglied der G8, das den Einsatz für erneute Investitionen in Atomkraftwerke ablehnt. Es bleibt seinem Versprechen zum Ausstieg aus der Atomkraft treu.
Unterdessen fordert die Internationale Energie-Agentur (IEA) eine beträchtliche Steigerung der Nutzung sauberer Technologien, um die weltweit steigende Nachfrage nach Öl in den Griff zu bekommen. Atomkraft sowie Kohlenstoffabscheidung und -speicherung (CCS), erneuerbare Energien und Energieeffizienz müssten alle eine wichtige Rolle spielen, sagte die IEA in einer Pressemitteilung vom 6. Juni 2008.
In Japan wird vom 7. bis 9. Juli 2008 der nächste Gipfel der Staats- und Regierungschefs der Gruppe der Acht – die USA, das Vereinigte Königreich, Kanada, Frankreich, Deutschland, Italien, Russland und Japan – stattfinden.

