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24/01/2017

Frankreich untersucht VW-Abgasskandal

Energie und Umwelt

Frankreich untersucht VW-Abgasskandal

Nach der Volkswagen-Affäre haben die EU-Staaten die Rahmenbedingungen für neue Abgastests von Dieselfahrzeugen ab dem Jahr 2017 beschlossen.

Dieselgate erreicht Frankreich: Die nationale Verbraucherschutzbehörde hat laut Insider-Informationen eine Untersuchung des Volkswagen-Abgasskandals in die Wege geleitet. In Deutschland werden indes Rufe laut nach einer Abschaffung des Steuerbonus für Dieselfahrzeuge.

Die französische Verbraucherschutzbehörde hat nach Angaben eines Insiders eine Untersuchung des Volkswagen-Abgasskandals in die Wege geleitet. Sie habe bereits am Freitag begonnen, sagte eine dem Wirtschaftsministerium in Paris nahestehende Person am Mittwoch. Ziel sei es herauszufinden, ob VW sich ähnlicher Praktiken wie in den USA bedient habe.

Die Wolfsburger haben zugegeben, die Abgaswerte bei Dieselfahrzeugen mit einer Software manipuliert zu haben. Nach Konzernangaben sind weltweit bis zu elf Millionen Fahrzeuge betroffen. In Frankreich sind es knapp 950.000 Autos, in Spanien fast 700.000, wie das Unternehmen mitteilte.

Angesichts der Affäre fordert Nordrhein-Westfalens Umweltminister Johannes Remmel nun eine Abschaffung des Steuerbonus für Dieselfahrzeuge. Die Vergünstigung bei der Mineralölsteuer koste den Staat jährlich mehrere Milliarden Euro, sagte der Grünen-Politiker der Kölner Zeitung „Express“ laut Vorabbericht aus der Donnerstag-Ausgabe.

Damit würden „staatlich finanzierte Umweltzerstörung und Gesundheitsbelastungen“ durch hohe Stickoxid-Ausstöße betrieben. „Wenn wir diese gesundheitlich bedenklichen Werte reduzieren wollen, müssen wir auch an dieses Steuerprivileg ran“, sagte Remmel. „Wir brauchen saubere Luft statt schmutziger Tricks.“

Rückruf von 120.000 Fahrzeugen

In Südkorea muss VW womöglich rund 120.000 Fahrzeuge zurückrufen. Wie das Umweltministerium des asiatischen Landes mitteilte, will die Regierung bis November eine Entscheidung fällen, welche Maßnahmen VW umsetzen muss.

Auch ein Verkaufsstopp sei denkbar. Bis November würden die Abgaswerte von VW- und Audi-Modellen getestet, danach die Diesel-Varianten anderer Hersteller.