Frankreich plant Produktion von einer Million Wärmepumpen pro Jahr

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Präsident Emmanuel Macron hatte im September 2023 angekündigt, dass Frankreich bis Ende 2027 eine Million Wärmepumpen produzieren müsse. Der französische Minister für Wirtschaft und Energie, Bruno Le Maire (Bild), stellte am Montag den Plan zur Umsetzung dieses Ziels der Regierung vor. [EPA-EFE/TERESA SUAREZ / PISCINE]

Der französische Minister für Wirtschaft und Energie, Bruno Le Maire, stellte am Montag (15. April) den Plan der Regierung zur Wiederbelebung der Wärmepumpenindustrie vor. Die europäische Wärmepumpenindustrie kämpft momentan ihrem ersten Umsatzrückgang.

Präsident Emmanuel Macron hatte im September 2023 angekündigt, dass Frankreich bis Ende 2027 eine Million Wärmepumpen produzieren müsse. Le Maire und sein für Energie und Industrie stellvertretender Minister Roland Lescure stellten am Montag den Plan zur Umsetzung dieses Ziels der Regierung vor.

In Frankreich, dem größten Markt und Hersteller von Wärmepumpen in Europa, macht Wärme 45 Prozent des Endenergieverbrauchs aus, und fast zwei Drittel dieser Wärme wird mit fossilen Brennstoffen erzeugt.

Wärmepumpen sind eine wichtige Lösung zur Verringerung der heizungsbedingten Emissionen. Je nach den örtlichen Gegebenheiten verbrauchen sie in der Regel etwa dreimal weniger Energie als Gaskessel oder elektrische Heizkörper. Die Technologie eignet sich zum Heizen von Wohnungen, aber auch für industrielle Prozesse, bei denen Wasser mit einer Temperatur von unter 200 °C benötigt wird.

Unterstützung der Industrie

In Frankreich gibt es bereits 27 Wärmepumpenfabriken, und die Regierung strebt an, dass bis 2027 jährlich eine Million neue Wärmepumpen in Frankreich hergestellt werden.

Der von Le Maire vorgestellte Plan umfasst zwei Schlüsselelemente:

Um die Nachfrage anzukurbeln, sollen erstens die regulatorischen und administrativen Verfahren für die Installation von Wärmepumpen auf Dächern vereinfacht werden. Dies steht auch im Einklang mit dem allgemeinen Bestreben der Regierung, Bürokratie abzubauen.

Die verschiedenen Programme, die den Verbrauchern den Kauf von Wärmepumpen erleichtern sollen, wie „MaPrimeRénov“ und Energiesparzertifikate, werden fortgesetzt.

Zweitens wird die Regierung die Hersteller direkt unterstützen, indem sie auf der neuen Offenheit Europas zur Unterstützung strategischer grüner Industrien aufbaut.

Die französische Regelung wird den Bau von Fabriken durch Steuergutschriften unterstützen, die sich auf bis zu 200 Millionen Euro pro Fabrik belaufen könnten.

Schließlich „werden wir ab 2025 damit beginnen, staatliche Beihilfen auf französische und europäische Wärmepumpen umzulenken“, erklärte Le Maire. Er verwies auf die Verabschiedung des neuen Industriegesetzes der EU, dem „Net-Zero Industry Act“ (NZIA), Anfang Februar, mit dem die Produktion sauberer Technologien, einschließlich Wärmepumpen, in Europa gefördert werden soll.

EU einigt sich auf Industriegesetz für Solar und Wind

Das Europäische Parlament und die EU-Staaten haben sich darauf geeinigt, die einheimische Produktion grüner Technologien wie Solarmodule und Windturbinen anzukurbeln. Die Liste wurde zudem um Atomkraft erweitert. Der Ausschluss chinesischer Hersteller für die meisten öffentlichen Subventionen wurde jedoch abgelehnt.

Die europäische Industrie hat zu kämpfen

Während die staatliche Intervention den französischen Wärmepumpenherstellern Auftrieb geben dürfte, hat die Branche in ganz Europa zu kämpfen.

Etwa 3.000 Arbeitsplätze wurden im Jahr 2023 gestrichen, während Verkaufsdaten aus 14 europäischen Staaten einen Rückgang der Verkäufe um fünf Prozent zwischen 2022 und 2023 zeigen.

Darüber hinaus hat in einigen Mitgliedstaaten wie Deutschland der politische Widerstand die Versuche untergraben, einen klaren Zeitplan für die Abschaffung von mit fossilen Brennstoffen betriebenen Heizkesseln festzulegen.

Die Branche verweist auch auf hohe Zinssätze und niedrigere Gaspreise als Wachstumshemmnisse.

Letztendlich wird das Wohlergehen des Sektors stark von der Anzahl der Gebäudesanierungen abhängen. Frankreich hat seine diesbezüglichen Ambitionen zurückgeschraubt – das ursprüngliche Ziel von 200.000 vollständigen energetischen Sanierungen bis 2024 wurde auf 140.000 reduziert.

Auf europäischer Ebene sind die Aussichten positiver. Die EU strebt zehn Millionen Wärmepumpeninstallationen zwischen 2023 und 2027 an.

Die Mitgliedstaaten haben sich außerdem gerade auf die Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (EPBD) geeinigt, die den Einsatz von Wärmepumpen ebenfalls ankurbeln dürfte. Die Richtlinie verpflichtet jedes Land, einen „nationalen Plan“ zu erstellen, der einen Weg zur schrittweisen Abschaffung von mit fossilen Brennstoffen betriebenen Heizkesseln bis 2040 enthalten soll.

Gasheizungsverbot ab 2024 löst in Deutschland Sturm der Entrüstung aus

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[Bearbeitet von Donagh Cagney/Zoran Radosavljevic/Kjeld Neubert]

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