Weltklimarat: Wie Macron damit durchgekommen ist, so wenig Geld auszugeben

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Frankreich hat auf der Bonner Klimakonferenz (COP23) die Finanzierung des Weltklimarates (IPCC) angekündigt, dessen Verwaltungshaushalt zwischen fünf und acht Millionen Euro beträgt. Das war Frankreichs einzige Ankündigung auf der COP23. EURACTIV Frankreich berichtet.

Die Staatsdelegierten hatten dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron am Mittwoch (15. November) auf der COP23 applaudiert, als er ankündigte, dass Frankreich den Weltklimarat finanzieren werde – eine Gruppe hunderter Wissenschaftler, die den weltweiten Klimawandel erforscht.

Die Arbeit des IPCC ist tatsächlich durch eine fehlende Finanzierung für das Jahr 2018 bedroht, nachdem die USA sich geweigert haben, den Weltklimarat weiterhin zu finanzieren. Frankreich versprach daraufhin, die Finanzierungslücke zu füllen.

Klimakonferenz geht zu Ende

Die Teilnehmer der Bonner Klimakonferenz schließen am heutigen Freitag ihre Beratungen ab. Das Plenum muss umfangreiche Texte absegnen, die seit dem 6. November ausgearbeitet wurden.

Kleingeld

Die Arbeit des seriösen und respektierten Weltklimarates ist sicherlich bedeutend, das spiegelt sich jedoch nicht in den Zahlen wieder: Der Verwaltungshaushalt der Genfer Organisation liegt zwischen fünf und acht Millionen Euro. Der Anteil der USA lag bislang bei zwei Millionen Euro jährlich. Das sind zwei Prozent des jährlichen Budgets des Élysée-Palasts, dem Amtssitz des französischen Staatspräsidenten.

Bislang hat die USA noch nicht über ihren Haushalt abgestimmt, und einige Senatoren wollen anscheindend die Finanzierung des IPCC wieder in den Haushalt aufnehmen.

Der Weltklimarat: Klein, aber oho

Dutzende Wissenschaflter beim IPCC arbeiten kostenlos, sie werden von ihrer jeweiligen Foschungseinrichtung bezahlt. Die einzigen Kosten fallen bei Veranstaltungen der Weltorganisation für Meteorologie an. Geld fließt in die Organisation der Konferenzen und Hotel- sowie Flugtickets, insbesondere für Wissenschaftler aus dem globalen Süden.

Der Weltklimarat trifft sich vom 12. bis zum 15. Dezember in Paris für ein Zwischenbericht über ihren nächsten „Sachstandsbericht“, der für Oktober 2018 geplant ist. Eine mit Spannung erwartete Arbeit auf dem Weg zum 1,5 Grad Ziel. Die Sachstandsberichte des IPCC gelten in der Wissenschaft als glaubwürdigste Darstellung bezüglich des naturwissenschaftlichen, technischen und sozioökonomischen Forschungsstandes über den Klimawandel. Das Budget liegt schätzungsweise bei 1,5 Millionen Euro. In dem Bericht wird vor allem auf Bereiche hingewiesen, die in den Klimaverhandlungen immer noch unterschätzt werden – vor allem in der Land- und Forstwirtschaft.

Neben Frakreich hat sich auch Großbritannien dazu verpflichtet, Wissenschaftler zu fördern. Andere europäische Länder sollten sich ihnen anschließen. 195 Länder weltweit sind Mitgliedstaaten des IPCC und daher potentielle Investoren. Bislang finanzierte die USA den IPCC zu fast 40 Prozent.

USA hinterlassen Budget-Loch

„Der Präsident des Weltklimarates hat wieder gelächelt, er hat mehr Zeit auf der Suche nach Geldern verwendet als auf seine Arbeit“, sagte der französische Umweltminister Nicola Hulot am Donnerstag und fügte hinzu, dass die USA ein Loch von sieben Millionen Euro im Budget hinterließen.

Aber die gravierendste Budgetlücke der USA im Kampf gegen den Klimawandel liegt anderswo. Tatsächlich fehlen Milliarden US-Dollar für die Finanzierung von Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel. Der „Green Climate“ Fonds hat 41 Milliarden Projekte zur Fianzierung ermittelt, aber bisher nur zwei Milliarden Dollar erhalten. Die Vereinigten Staaten versprachen drei Milliarden US-Dollar, die nun fehlen.

Klimaschutz-Maßnahmen: Schweden Top, Irland Flop

Irland zeigt unter den EU-Ländern am wenigsten Einsatz beim Kampf gegen den Klimawandel, Schweden am meisten. Das geht aus einem Ranking von 57 Ländern der Welt hervor.