Die EU-Wasserstoffbank hat ihre Arbeit aufgenommen und stellt Wasserstoffherstellern via Auktion 800 Millionen Euro zur Verfügung. Damit soll die Wasserstoffwirtschaft gefördert werden, indem Angebot sichergestellt wird.
Bis 2030 will Europa jährlich zehn Millionen Tonnen erneuerbaren Wasserstoff produzieren. Um die Unternehmen zum Übergang auf erneuerbare Energien zu motivieren, übernimmt Brüssel die Differenz zwischen der niedrigeren Zahlungsbereitschaft der Industrie und den hohen Herstellerpreisen.
„Beim heutigen Projektstart geht es darum, Angebot und Nachfrage nach erneuerbarem Wasserstoff zusammenzubringen“, erklärte der EU-Kommissar für den Green Deal, Maroš Šefčovič, bei der Eröffnung der Bank am 23. November.
Mit den Einnahmen aus dem EU-Kohlenstoffpreis, der derzeit bei 80 Euro pro Tonne liegt, wird die „Wasserstoffbank“ Anbieter und Abnehmer zusammenbringen.
Durch diese transparente Vorgehensweise können Beobachter von außen die Marktdynamik der sich entwickelnden Wasserstoffwirtschaft nachvollziehen. Momentan wird nämlich nur wenig Wasserstoff gehandelt, da Raffinerien als Hauptverbraucher dazu neigen, ihn vor Ort für den Eigenbedarf zu produzieren.
„Es geht darum, Transparenz bei den Preisen zu schaffen, was dazu beitragen wird, einen europäischen Wasserstoffmarkt in Gang zu bringen“, so der Kommissar.
Insgesamt wurden drei Milliarden Euro für das Programm bereitgestellt, die verbleibenden 2,2 Milliarden Euro werden Anfang nächsten Jahres zur Verfügung stehen.
Die Förderung ist auf 4,5 Euro pro Kilogramm gedeckelt und wird über einen Zeitraum von zehn Jahren angeboten. Sobald die Verträge unterzeichnet sind, muss die Produktion innerhalb von fünf Jahren anlaufen.
Angesichts des Budgets könnte die gesamte Regelung zumindest die Produktion von insgesamt 0,09 Millionen Tonnen Wasserstoff oder 0,9 Prozent des Jahresziels für 2030 ermöglichen.
H2Global, Deutschlands Instrument zur Förderung von Wasserstoff, hat ein Volumen von rund 5 Milliarden Euro.
Die europäische Wasserstoffindustrie hofft seit langem, dass die beiden Programme zusammengelegt werden und andere EU-Länder ebenfalls Geld in die Bank einzahlen. Die Idee wurde im Mai von der Bundesregierung offiziell gebilligt, muss aber noch umgesetzt werden.
Mehr Geld für andere Technologien
In der Zwischenzeit fließen vier Milliarden Euro aus dem Emmissionshandel auch in den Einsatz anderer Dekarbonisierungstechnologien. Die Begünstigten der Wasserstoffbank sind von dieser Förderung ausgeschlossen.
Große und kleine Projekte können zu 60 Prozent von der EU gefördert werden, sofern sie ihr Potenzial zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen nachweisen können, kosteneffizient sind und ihren Standort in Europa haben.
„Wir investieren massiv in diesen Übergang, indem wir die Einnahmen aus dem Emissionshandel nutzen. Dies ist ein nachhaltiges Modell, das die Emissionen senkt und die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie stärkt“, sagte Šefčovič.
In der Hoffnung, die Produktionsbasis für saubere Technologien in der EU zu stärken, wurden 1,4 Milliarden Euro für die Hersteller von Komponenten für Solarpaneele, Windturbinen, Batterien, Wärmepumpen und Wasserstoff-Elektrolyseure bereitgestellt.
[Bearbeitet von Alice Taylor/Kjeld Neubert]

