Der Methanausstoß bleibt in der EU ein großes Problem. Denn aufgrund von anhaltenden Bergbauaktivitäten und einem schlechten Umgang mit stillgelegten Bergwerken ist der Anstoß des Treibhausgases verhältnismäßig hoch.
Europa blickt auf eine lange Geschichte des Kohlebergbaus zurück. Trotz der Bemühungen der EU, auf saubere Alternativen wie Erdgas oder erneuerbare Energien umzusteigen, ist Kohle nach wie vor der schmutzigste Brennstoff und die größte Quelle für Methanemissionen in der EU.
Methan, das den Verbrauchern als „Erdgas“ bekannt ist, trägt massiv zur Erderwärmung bei und hat in den letzten 20 Jahren 80-mal mehr zur Erderwärmung beigetragen als CO2. Neben dem berüchtigten Kohlenstoff ist Methan das zweitwichtigste Treibhausgas.
Für die EU bedeutet die Bekämpfung der Methanemissionen letztlich, die Emissionen aus der Landwirtschaft einzudämmen. Dabei geht es um Emissionen von Rindern, dem Methanausstoß aus der Bodenbearbeitung und aus Mülldeponien, aber an erster Stelle steht die Nutzung fossiler Brennstoffe.
„Eine Reduzierung der Methanemissionen aus fossilen Brennstoffen um 75 Prozent bis 2030 ist zwingend notwendig, um zu verhindern, dass sich der Planet auf ein gefährliches Niveau erwärmt“, sagte Fatih Birol, Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), in einer Pressemitteilung am Mittwoch (13. März).
Weltweit steigen die Methanemissionen auf 120 Millionen Tonnen im Jahr 2023, obwohl die IEA für die kommenden Jahre einen Rückgang prognostiziert.
In Europa stammen die regionalen Methanemissionen aus fossilen Brennstoffen aus Kohle: 815.000 Tonnen Methan aus Kohle, verglichen mit 589.000 Tonnen aus Gas und 224.000 Tonnen aus Öl, laut IEA Methan Tracker 2023.
Diese Zahlen beziehen sich nur auf den aktiven Betrieb – aus stillgelegten Kohlebergwerken werden weitere 235.000 Tonnen Methan pro Jahr freigesetzt. Methan entsteht bei der Verarbeitung von Kohle – das Treibhausgas ist dem porösen Brennstoff inhärent.
„Kohleminen dürfen weiterhin große Mengen Methan in die Luft abgeben, obwohl es bewährte Lösungen gibt, um dies zu verhindern“, sagt Sabina Assan, Methananalystin bei Ember, eines Think-Tanks für saubere Energie.
Wo bleiben die Maßnahmen?
Auf globaler Ebene gibt es das Methanversprechen, in dem sich die Länder verpflichtet haben, die Methanemissionen bis 2030 um 30 Prozent zu reduzieren.
Diese Verpflichtung wurde auf der COP28 in Dubai erneuert und auf wichtige Akteure der Öl- und Gasindustrie ausgeweitet. Die US-Umweltschutzbehörde EPA hat ebenfalls strenge Vorschriften für Methan angekündigt.
Das bislang umfassendste Regelwerk hat jedoch die EU verabschiedet: die Methan-Verordnung, die kurz vor der COP28 inoffiziell vereinbart wurde und ab 2025 schrittweise in Kraft treten soll.
„Der Bericht der IEA ist eine weitere Erinnerung und Bestätigung, dass die EU dringend die EU-Methanverordnung braucht und dass globale Maßnahmen weiter ausgebaut werden müssen“, sagte Jutta Paulus, grüne Europaabgeordnete, die die Verhandlungen über die Methanregeln der EU leitete.
Ab 2025 dürfen unterirdische Kohlebergwerke, in denen sich Methan unter Tage sammelt und traditionell in die Atmosphäre entweicht, ihre verschmutzte Luft nicht mehr ablassen. Ähnlich wie bei Öl- und Gasproduzenten muss das Methan dann verbrannt werden, bevor es freigesetzt werden kann.
Ebenfalls ab 2025 müssen die EU-Staaten damit beginnen, ihre stillgelegten und geschlossenen Kohlebergwerke zu erfassen, die mindestens ein Sechstel des mit Kohle verbundenen Methans ausstoßen. In Ländern wie Rumänien werden große Mengen stillgelegter Kohlebergwerke vermutet, obwohl niemand genau weiß, wie viele es sind.
Deren Emissionen müssen ab 2026 gemessen werden.
Dann, ab 2030, wird die EU-Methanverordnung voll in Kraft treten und die Methanemissionen aus thermischer Kohle, die in Kohlekraftwerken und zum Heizen verwendet wird, werden auf drei Tonnen Methan pro 1000 Tonnen geförderter Kohle begrenzt, und alte Bergwerke müssen geschlossen werden.
„Wir erkennen an, dass mit diesen im Vergleich zum Kommissionsvorschlag deutlich höheren Grenzwerten immer noch erhebliche Mengen an Methan emittiert werden“, räumt Paulus ein.
Angesichts der „breiten Mehrheit gegen ambitionierte Grenzwerte von Anfang an“ wäre es aber „illusorisch“ gewesen, auf einem ehrgeizigeren Ansatz zu bestehen, erklärt sie und fügt hinzu, dass strengere Emissionsgrenzwerte ein Kohleausstiegsabkommen in Polen zum Scheitern gebracht hätten.
Was Kokskohle betrifft, die in Hochöfen für die Stahlproduktion verwendet wird, hat die EU-Methanverordnung „noch keinen Schwellenwert für Methanemissionen aus Kokskohle festgelegt“, sagte die Methananlystin Assan.
Auch hier wird die EU-Kommission Regeln entwickeln – in der Verordnung heißt es, dass die Kommission „bis 2027 Beschränkungen für Methanemissionen aus den Lüftungsschächten von Kokskohlebergwerken“ vorlegen muss.
[Bearbeitet von Alice Taylor]


