Europas Autobauer wollen CO2-Ausstoß stärker senken

Carlos Ghosn, Präsident des Verbands der europäischen Autohersteller (ACEA). [Ecole polytechnique Université Paris-Saclay/Flickr]

Die europäische Automobilindustrie will mit Hilfe der digitalen Vernetzung von Fahrzeugen den Ausstoß des Treibhausgases CO2 weiter reduzieren.

Der Verband der europäischen Autohersteller (ACEA) präsentierte am Mittwoch eine Studie, wonach intelligente Navigationssysteme helfen können, Umwege zu vermeiden und damit den Spritverbrauch deutlich zu senken. „Deshalb befürworten wir als Industrie einen viel ehrgeizigeren und umfassenderen Ansatz zur Reduzierung der Emissionen“, sagte ACEA-Präsident Carlos Ghosn auf der Automesse IAA in Frankfurt. Dies bedeute nicht nur die Konzentration auf eine weitere Reduzierung des Spritverbrauchs der Motoren und den Einsatz alternativer Antriebe, sondern auch die Beeinflussung von Faktoren, die Emissionen bei der Nutzung der Fahrzeuge verringerten.

Als Maßnahmen zur CO2-Verringerung nannte Ghosn, der zugleich Chef des französischen Autobauers Renault ist, das Verhalten der Fahrer, Verbesserungen der Infrastruktur sowie die Erneuerung der Fahrzeugflotte. Durch moderne Navis, die beim Errechnen von Strecken Echtzeitdaten nutzen, könne der CO2-Ausstoß um fünf bis zehn Prozent verringert werden. Städte und Gemeinden könnten zudem durch eine bessere Abstimmung von Ampelphasen und Parkleitsysteme zehn Prozent des Klimagases verringern helfen. Weitere fünf Prozent seien möglich, wenn mehr ältere Fahrzeuge durch Wagen mit neuesten Spritspartechnologien oder alternativen Antrieben auf die Straßen kämen. Derzeit sind die Autos auf Europas Straßen im Schnitt 9,7 Jahre alt.

Die im ACEA zusammengeschlossenen Hersteller von Pkw und Lkw verpflichten sich zudem zu Transparenz bei der Verwendung der Daten, die bei der Vernetzung der Fahrzeuge gesammelt werden. In einer Selbstverpflichtung erklären die ACEA-Mitglieder zudem, Daten nur so lange zu speichern, wie sie benötigt werden. Die Kunden sollen selbst bestimmen können, was mit ihren Daten geschieht. Auch sollen die Fahrzeuge besser gegen Hackerangriffe geschützt werden. Die Hersteller nähmen die Daten-Sicherheit sehr ernst, betonte Ghosn.