EU-Stromverbrauch steigt trotz Effizienzbemühungen [DE]

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Trotz zunehmender Bemühungen zur Verbesserung der Energieeffizienz, um CO2-Emissionen zu reduzieren, welche mit der Erderwärmung in Zusammenhang stehen, ist der Wirtschaftswachstum in der EU zunehmend energieintensiv. Dies ergab eine neue Studie der Kommission.

Die Gemeinsame Forschungsstelle (GFS) der Kommission hat eine Studie erarbeitet, die zeigt, dass zwischen 1999 und 2004 der EU-weite Stromverbrauch zusammen mit dem BIP-Wachstum zunahm und damit jegliche Verbesserungen im Bereich der Energieeffizienz aufhob, die während des gleichen Zeitraums zu verzeichnen waren.

Basierend auf einer Umfrage von 2006 zum Stromverbrauch in Gebäuden und dem Marktanteil von energieeffizienten Geräten, legt die Studie eine beträchtliche Zunahme des Stromverbrauchs in allen Wirtschaftssektoren dar:

  • 10,8% im Wohnsektor;
  • 15,6% im tertiären Sektor (Dienstleistungssektor), und;
  • 9,5% im Industriesektor.

Laut der Kommission erklärt sich die Zunahme aus dem verbreiteten Gebrauch von traditionellen und oft ineffizienten Geräten wie Wäschetrocknern und Klimaanlagen, ebenso wie einer zunehmenden Zahl an zwei- bzw. dreifach in einem Haushalt vorhandenen Geräten, wie Fernsehgeräte oder Kühl- und Gefrierschränke, sowie die allgemeine Zunahme von Einfamilienhäusern, größeren Häusern und Apartments. Der zunehmende Stromverbrauch durch die Verwendung von Geräten ist ein Trend, der besonders in Südeuropa zu verzeichnen ist (EURACTIV.fr vom 16. Juli 2007).

Ein weiterer Faktor ist das ‚zunehmend normale Phänomen’, den Standby-Modus von Geräten und Elektronik einzuschalten. Greenpeace schätzt, dass die Verwendung des Standby-Modus in den Staaten der EU-15 im Jahr 2000 zu einem Verlust von 94 Milliarden kw/h geführt habe.

In der EU existieren mehrere Maßnahmen für eine bessere Energieeffizienz der Wirtschaft, einschließlich einer Richtlinie über Energieeffizienz und Energiedienstleistungen und einem Aktionsplan zu Energieeffizienz. Die Kommission hat weiterhin den jüngsten Schritt des Parlaments begrüßt, der die Verbesserung der Energieeffizienz bei der Vergabe öffentlicher Aufträge für Bürogeräte vorsieht. 

Ingesamt verlief der Fortschritt der Mitgliedstaaten bei der Umsetzung der Maßnahmen zur Energieeffizienz bisher schleppend. Bisher haben nur sieben der 27 EU-Mitgliedstaaten der Kommission ihre nationalen Aktionspläne zur Energieeffizienz vorgelegt (die Ende Juni 2007 fällig waren; siehe EURACTIV vom 4. Juli 2007).

Hinsichtlich der Auswirkungen einer zunehmend energieintensiven wirtschaftlichen Entwicklung auf den Klimawandel stellt ein neuer Bericht der NGOs Friends of the Earth Europe und New Economics Foundation fest, dass die EU angesichts der derzeitigen Entwicklungen weit davon entfernt sei, einen Wirtschaftskurs einzuschlagen, der sie in die erwünschte Position bei der Klimapolitik versetzen könnte.

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