EU-Solarenergie auf Rekordhoch

Der niederländische König Willem-Alexander (m.) während der Eröffnung des Solarparks Hollandia Nieuw-Buinen am 21. Mai 2021. [EPA-EFE/REMKO DE WAAL]

Das Solarstromangebot in der Europäischen Union ist im Juni und Juli 2021 auf ein Rekordhoch gestiegen und machte zehn Prozent der gesamten in der Region erzeugten Elektrizität aus, so ein Bericht des Klima-Thinktanks Ember vom heutigen Mittwoch (18. August).

Die 27 Länder des Blocks erzeugten im Juni und Juli demnach fast 39 Terawattstunden (TWh) Strom per Solaranlagen – 10,9 TWh mehr als 2018, so die Daten von Ember.

In acht EU-Ländern, darunter Spanien und Deutschland, wurden dem Bericht zufolge neue Rekorde aufgestellt. Dies seien „aufregende grüne Triebe in den wichtigsten Solarmärkten, wo die Solarenergie wirklich deutlich zunimmt – aber insgesamt wächst sie nicht schnell genug,“ warnte Ember-Analyst Charles Moore dennoch.

Die Gesamterzeugung aus Solarmodulen blieb tatsächlich weiterhin hinter dem Stromangebot aus Kohle zurück, das im Juni und Juli 2021 in der Gesamt-EU noch 14 Prozent betrug.

Als Teil ihres neuen Klimapakets hatte die Europäische Kommission jüngst eine Überarbeitung der Vorschriften für erneuerbare Energien vorgeschlagen, die darüber entscheiden, wie schnell die Nutzung von Energiequellen wie Wind, Sonne und Biomasse aus der Verbrennung von Holzpellets oder -schnitzeln gesteigert werden muss. Sie hat ein Zwischenziel festgelegt, wonach der Anteil dieser erneuerbaren Energien bis 2030 EU-weit auf 40 Prozent des Endverbrauchs steigen soll – gegenüber etwa 20 Prozent im Jahr 2019.

Erstmals mehr erneuerbare als fossile Energie in der EU

Erneuerbare Energiequellen haben im Jahr 2020 rund 38 Prozent des Stroms in der EU erzeugt und damit erstmals Kohle und Gas überholt. Das bestätigen am heutigen Montag veröffentlichte neue Daten.

Die Ember-Daten zeigen, dass Deutschland weiterhin den größten Solarstrom-Anteil in der EU stellt. Die Produktion sei hierzulande von 11,5 TWh auf 13,4 TWh gestiegen. Dies entsprach im Sommer 2021 rund 17 Prozent der gesamten Stromproduktion in der Bundesrepublik.

Spanien verzeichnete derweil das größte Wachstum über einen längeren Zeitraum: Dort hat sich die Produktion von 3,1 TWh im Sommer 2018 auf 6,4 TWh im Sommer 2021 mehr als verdoppelt. 16 Prozent der gesamten Stromproduktion des Landes im Jahr 2021 stammten damit aus der Solarenergie.

Das zweitgrößte Wachstum verzeichneten die Niederlande, wo sich die Produktion aus Solarpanels von 1,1 TWh im Jahr 2018 auf 3,2 TWh sogar fast verdreifachte. Der Solar-Anteil am Gesamt-Stromangebot stieg um zehn Prozentpunkte auf 17 Prozent.

Dieser beträchtliche Anstieg der Solar-Stromerzeugung in beiden Ländern sei ein „Spiegelbild“ der jeweiligen ehrgeizigen Gesetzgebung, kommentierte Ember-Analyst Moore.

Insgesamt ist das Solarstromangebot in der EU-27 in den Jahren 2019 und 2020 um durchschnittlich 14 TWh pro Jahr gestiegen; und es sei zu erwarten, dass dies auch im Jahr 2021 der Fall sein wird. Um die Klimaziele für 2030 zu erreichen, müsste es sich jedoch auf 30 TWh pro Jahr mehr als verdoppeln, wird im Bericht erinnert.

Frankreich in Sachen erneuerbare Energie wohl nicht "Fit for 55"

Die EU wird im Juli das Ziel für erneuerbare Energien im Energiemix wohl auf 38-40 Prozent anheben. Frankreich, das bereits vorherige Ziele verfehlt hat, dürfte Schwierigkeiten haben, die neuen Vorgaben zu erreichen.

Timmermans: EU-Staaten müssen sich an die höheren Klimaziele anpassen

Die EU-Mitgliedsstaaten haben sich darauf geeinigt, bis 2050 Klimaneutralität zu erreichen sowie ihre Klimaziele für 2030 zu erhöhen. Das bedeutet, dass die Union ihre gesamte Klimapolitik, einschließlich des Emissionshandelssystems, anpassen muss, so EU-Klimakommissar Frans Timmermans.

EU-Richtlinie sieht 38-40 Prozent erneuerbare Energie bis 2030 vor

Das entspricht eine Verdopplung des aktuellen Anteils von Solar-, Wind- und anderen erneuerbaren Energien am europäischen Energiemix bis zum Ende des Jahrzehnts.

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