Die globalen Erdgaslieferanten haben großes Interesse an der gebündelten Erdgasnachfrage der EU gezeigt. Die Angebote der Lieferanten übersteigen die Nachfrage der EU um das Dreifache – ein ermutigendes Ergebnis für den nach der Energiekrise vorgeschlagenen Bündelungsmechanismus.
Eine der Reaktionen der EU auf die Energiekrise von 2022 war eine Plattform zur Bündelung der Erdgasnachfrage der EU – je mehr Käufer ihre Nachfrage bündeln, desto besser ist theoretisch ihre Verhandlungsposition. Das System, bekannt als AggregateEU, wurde inzwischen dauerhaft eingerichtet.
Am 22. Februar meldeten 19 Unternehmen einen Bedarf von 34 Milliarden Kubikmetern (bcm) Gas an. Bis Mittwoch (28. Februar) hatten die Lieferanten der Plattform stolze 97,4 Milliarden Kubikmeter angeboten – doppelt so viel wie der maximale Jahresdurchsatz der stillgelegten Nord-Stream-1-Pipeline.
Die Unternehmen, die Bedarf an Gas haben, und diejenigen, die Angebote abgegeben haben, werden nun in bilaterale Verhandlungen eintreten. Angesichts des starken Anstiegs des Angebots sieht es für die europäischen Unternehmen vielversprechend aus.
„Die Gebote übertreffen die kollektive Nachfrage – sie sind sogar fast dreimal so hoch“, freute sich Maroš Šefčovič, Vizepräsident der Europäischen Kommission, der sich für das Programm eingesetzt hat, am Mittwoch.
Von den Geboten auf der Nachfrageseite entfallen 15 Milliarden Kubikmeter auf Flüssigerdgas (LNG) und weitere 18,3 Milliarden Kubikmeter auf die Lieferung über Pipelines. Die Verträge werden eine Laufzeit bis Ende 2029 haben, danach müssen sie neu verhandelt werden.
Der AggregateEU-Mechanismus wird auch nach der Energiekrise auf freiwilliger Basis weiterlaufen. Unabhängig davon muss ein kleiner Teil des in Europa gespeicherten Gases über diesen Mechanismus gekauft werden.
Gasunternehmen in der EU und solche, die „in Ländern der Energy Community [in den westlichen Balkanstaaten] ansässig sind, können an dem Mechanismus als Käufer teilnehmen. Lieferungen aus Russland oder Weißrussland sind hingegen ausgeschlossen„, so die EU-Länder im Dezember 2023.
[Bearbeitet von Nathalie Weatherald]

