EU-Parlament will schärfere CO2-Ziele für Lkw

Die CO2-Reduktionsziele sollen nach dem Willen des EU-Parlamentes verschärft werden. [Franz Ferdinand Photography/Flickr]

Neue Lastwagen in der EU sollen nach einem Votum des Europäischen Parlaments den Ausstoß des Klimagases Kohlendioxid (CO2) noch stärker senken als bisher geplant.

Die Abgeordneten stimmten am Mittwoch in Straßburg für eine CO2-Reduktion um 20 Prozent bis 2025 im Vergleich zu 2019. Bis 2030 sollen die Emissionen 35 Prozent niedriger sein. Die EU-Kommission hatte für die erste Stufe eine Reduktion um 15 Prozent und bis 2030 um 30 Prozent vorgeschlagen.

Die EU will mit schadstoffärmeren Nutzfahrzeugen wie auch Autos die im Pariser Abkommen vereinbarten Klimaziele erreichen. „Wir müssen etwas gegen die wachsenden CO2-Emissionen von schweren Nutzfahrzeugen tun“, erklärte EU-Energie- und Klimakommissar Miguel Arias Canete. Sonst würden sie auf ein Viertel der Schadstoffbelastung des gesamten Straßenverkehrs steigen.

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Während bei Pkw die CO2-Emissionen schon länger mit gesetzlichen Reduktionszielen für Neuwagen gedrückt werden, sollen für die Nutzfahrzeuge erstmals solche Vorgaben eingeführt werden. Umweltschützer halten das für um so dringlicher, da der sehr heiße trockene Sommer ein Beleg dafür sei, dass sich der Klimawandel beschleunige. Die Industrie dagegen warnte, die EU-Vorgaben seien zu strikt. Die Vorschriften gefährdeten die Wettbewerbsfähigkeit der Branche und damit auch Arbeitsplätze.

Die EU-Mitgliedsstaaten müssen ihre Position zu dem Gesetzentwurf noch abstimmen, dann können Parlament und Rat über die Klimaschutzvorschriften abschließend verhandeln. Beim Treffen der EU-Umweltminister am 20. Dezember werden schwierige Verhandlungen erwartet, falls die Heimatländer der Lkw-Bauer – Deutschland, Frankreich und Italien – den Bedenken der Branche Gehör schenken.

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