EU-Parlament will Plastikmüll reduzieren

Den Material- und Konsumfußabdruck der EU wolle man mit einem verbindlichen Recycling-Ziel bis 2030 signifikant reduzieren und bis 2050 auf ein für die globale Umwelt verträgliches Maß bringen, so das EU-Parlament. [Shutterstock / Teerasak Ladnongkhun]

Nur ein geringer Anteil des in der EU produzierten Plastikmülls wird recycelt und wiederverwertet. Das möchte das EU-Parlament nun ändern und fordert verbindliche Ziele für einen höheren Recycling-Anteil bei der Herstellung neuer Produkte.

Recycelte Stoffe machen nur etwa zwölf Prozent der verwendeten Materialien der europäischen Industrie aus. In den 27 Mitgliedsstaaten der EU wird mehr Plastik verbrannt als wiederverwertet.

Das bedeutet, dass bei der Produktion von Plastikverpackungen und anderen kunststoffhaltigen Produkten große Mengen neuer Ressourcen verbraucht werden.

Um die Verschmutzung durch Plastikmüll einzudämmen und die Verschwendung von wiederverwendbaren Materialien zu reduzieren, hat das EU-Parlament am Dienstag (9. Februar) die EU-Kommission in einem Beschluss zur Handlung aufgefordert.

In dem Beschluss geht es darum, Europas Naturlandschaften zu schützen und die CO2-Emissionen in der EU zu senken, da die Herstellung neuer Materialien wesentlich umweltschädlicher sein kann als das Recycling alter Stoffe.

Der Parlamentsbeschluss fußt auf verpflichtenden EU-weiten Anforderungen zur Verwendung von recycelten Materialien in bestimmten Produkten sowie verbindlichen Zielen zur Verwendung von weniger Rohstoffe vorschlagen.

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Die EU müsse strenge Maßnahmen einführen, um den übermäßigen Verbrauch in der „Fast-Fashion-Industrie“ zu bekämpfen und die Wiederverwertbarkeit von Textilien zu erhöhen, so ein neuer Bericht, der heute veröffentlicht wurde.

„Ökodesign-Richtlinie“ soll Standards setzen

Das Parlament versucht mit diesem Beschluss, Einfluss auf ein Gesetzespaket der Kommission zu nehmen, mit dem die Umweltauswirkungen des Konsums in der EU verringert werden sollen. Sie fordern die Kommission auf, noch in diesem Jahr Standards unter der „Ökodesign-Richtlinie“ vorzubringen. Diese Standards sollen die Industrie verpflichten, dass in Europa verkaufte Produkten entweder recycelt oder repariert werden können. Dies würde auch für Plastikverpackungen gelten.

„Das eigentliche Problem ist, dass wir den Verbrauch von Primär-materialien und natürlichen Ressourcen senken sollten“, sagte der niederländische EU-Parlamentarier Jan Huitema (Renew Europe).

Hintergrund: EU-Bürger verbrauchen laut einer Studie des WWF und des Global Footprint Network die natürlichen Ressourcen dreimal schneller, als der Planet sie wieder auffüllen kann.

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Fans im Stadion gibt es aktuell nicht. Traurig für die Fans, aber gut für die Umwelt, denn Fans sind eine Belastung für das Klima. Früher oder später werden sie zurückkommen und in der Zwischenzeit können sich Vereine um ihre CO2-Bilanz kümmern.

Unternehmen fordern bessere Wettbewerbsbedingungen für Recyclingprodukte

Den Material- und Konsumfußabdruck der EU wolle man mit einem verbindlichen Recycling-Ziel bis 2030 signifikant reduzieren und bis 2050 auf ein für die globale Umwelt verträgliches Maß bringen, so das EU-Parlament.

Unternehmen wie Unilever unterstützten die Vorschläge, den Einsatz von recycelten Materialien in Produkten zu erhöhen. Allerdings forderte ein Unternehmenssprecher auch marktregulatorische Änderungen: „Die Ziele müssen von Maßnahmen begleitet werden, die helfen, recycelte Materialien wettbewerbsfähig zu machen und ihr Angebot zu erhöhen.“

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