EU macht 4 Milliarden Euro zur Bekämpfung von Plastikverschmutzung im Meer locker

Die größte Investition in die Bekämpfung von Plastikverschmutzung im Meer kommt von den Nationalbanken Deutschlands, Frankreichs und Spaniens, die zusammen mit der Europäischen Investitionsbank (EIB) bis 2025 4 Milliarden Euro für die Entwicklung der "Initiative für saubere Ozeane" bereitstellen werden. [EPA-EFE/LUDOVIC MARIN / POOL MAXPPP OUT]

4 Milliarden Euro werden insgesamt für die Bekämpfung von Plastikverschmutzung bereitgestellt, wie aus den so genannten „Brest Commitments“ hervorgeht, die am Freitag (11. Februar) zum Abschluss des One Ocean Summit angenommen wurden. Vereinbart wurde auch die Gründung einer globalen Koalition zum Schutz der biologischen Vielfalt der Meere. EURACTIV Frankreich berichtet.

Drei Tage lang, vom 9. bis 11. Februar in Brest, diskutierten Expert:innen, Aktivist:innen und Politiker:innen aus 42 Ländern – darunter 20 Staatsoberhäupter, auch aus nichteuropäischen Ländern – in Foren und Workshops eine Reihe von Themen rund um das Meeresleben.

Die bedeutendste finanzielle Unterstützung wird die Bekämpfung von Plastikmüll im Meer erhalten. Die größte Investition kommt von den Nationalbanken Deutschlands, Frankreichs und Spaniens, die zusammen mit der Europäischen Investitionsbank (EIB) bis 2025 4 Milliarden Euro für die Entwicklung der „Initiative für saubere Ozeane“ bereitstellen werden.

Der Schutz der Hohen See ist nach Ansicht der Beteiligten eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Doch mit mehr als 200 Seemeilen Entfernung zu den nationalen Küsten unterliegt sie keiner staatlichen Zuständigkeit.

In diesem Zusammenhang kündigte die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, den Start einer „globalen Koalition“ an. 27 EU-Länder und 16 Nicht-EU-Länder werden zusammen einen Vertrag über die nachhaltige Nutzung der Hohen See und den Schutz ihrer biologischen Vielfalt ausarbeiten.

„Wir müssen den Anstoß geben, [den Vertrag] in diesem Jahr abzuschließen“, sagte von der Leyen.

Vierzehn Länder kündigten außerdem Maßnahmen zur verstärkten Bekämpfung der illegalen Fischerei an, wie zum Beispiel verbesserte Kontrollen in den Anlandehäfen und die Mobilisierung der nationalen Seestreitkräfte zur Überwachung der illegalen Fischerei.

Da der Ozean im Kampf gegen den Klimawandel von entscheidender Bedeutung ist, bot das Gipfeltreffen die Gelegenheit, Verpflichtungen von verschiedenen Wirtschaftsakteuren einzuholen.

So erklärten sich 22 europäische Reeder bereit, in mehreren Bereichen bezüglich des Unterwasserökosystems konkrete Maßnahmen zu ergreifen. Diese Maßnahmen sind im Label Green Marine Europe enthalten und betreffen unter anderem CO2-Emissionen, Unterwasserlärm und Öleinleitungen.

Weitere 35 große Akteure, darunter 18 europäische Häfen, haben sich ebenfalls verpflichtet, „die Stromversorgung von Schiffen im Hafen zu beschleunigen“, um die Umweltverschmutzung in Hafenstädten zu verringern.

Mehrere Länder schlossen sich auch einer Koalition an, die 2021 auf dem One Planet Summit gegründet wurde und deren Ziel es ist, „30 Prozent der weltweiten Land- und Meeresflächen bis 2030 zu schützen“. Mittlerweile sind damit 84 Staaten Teil des Bündnisses.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron reiste am letzten Tag der Veranstaltung nach Brest. Er kündigte an, dass das nationale Naturschutzgebiet der französischen Süd- und Antarktisgebiete (TAAF) auf die Archipele Crozet und Kerguelen sowie die Inseln Saint-Paul und Amsterdam im Indischen Ozean ausgedehnt wird. Dieses Gebiet wird damit zum zweitgrößten Meeresschutzgebiet der Welt.

Die Bemühungen des Gipfels sollten es ermöglichen, Fortschritte beim „Rahmen für die Bewirtschaftung der Hohen See“ zu machen, insbesondere bei einem Treffen in New York im März. Ziel ist es, das Abkommen vor Ende des Jahres zu verabschieden.

In der Zwischenzeit werden Ende Februar in Nairobi Verhandlungen über ein verbindliches internationales Abkommen zur Bekämpfung von Plastikverschmutzung stattfinden.

[Bearbeitet von Alice Taylor]

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