EU-Investitionsbank mit massiver Unterstützung für Solarenergie in Indien

Dieses vom indischen Außenministerium bereitgestellte Bild zeigt Indiens Premierminister Narendra Modi (r.) und den französischen Präsidenten Emmanuel Macron während der Gründungskonferenz der International Solar Alliance in Neu-Delhi am 11. März 2018. [ISA]

Die Europäische Investitionsbank (EIB) hat vergangenen Freitag eine Vereinbarung über 800 Millionen Euro für Projekte im Bereich der erneuerbaren Energie in Indien unterzeichnet – einen Tag vor dem Gipfeltreffen der Internationalen Solarallianz (ISA) in Delhi.

Die Solarenergie-Darlehen sind Teil eines Pakets von insgesammt 800 Millionen Euro, das die EIB für Investitionen in grüne Energie in Indien bereitgestellt hat. Davon werden 640 Millionen Euro für Solarprojekte verwendet, so die Bank.

„Solarenergie liefert saubere Energie für Millionen von Menschen auf der ganzen Welt, und sie ist heute die größte Quelle der neuen Stromerzeugung,“ sagte EIB-Präsident Werner Hoyer in einer Mitteilung.

„Das Schicksal dieses Planeten hängt davon ab, dass die Nutzung erneuerbarer Energien zur Unterstützung eines nachhaltigen Wirtschaftswachstums weiter ausgebaut wird,“ fügte er hinzu.

Indien ist der führende Empfänger von EIB-Finanzierungen für Solarinvestitionen außerhalb der EU, sowohl im vergangenen Jahr als auch insgesamt seit 2013. Im Jahr 2017 stellte die EU-Bank weltweit 1,05 Milliarden Euro an neuen Finanzierungsmitteln für Solarenergieprojekte bereit. Dies war die bisher größte jährliche Unterstützung der EIB für den Solarsektor.

Davos: Modi kritisiert Protektionismus und wirbt für "neues Indien"

Indiens Premierminister Narendra Modi kritisierte in Davos den Protektionismus und warb für Investitionen in sein Land.

„Mehr als eine Billion Dollar an neuen Solarinvestitionen werden bis 2030 erforderlich sein, um bezahlbare Solarenergie einzusetzen,“ gibt Upendra Tripathy, Interims-Generaldirektor der International Solar Alliance (ISA), einen Einblick in das Ausmaß des Investitionsbedarfs.

Auf dem Gipfeltreffen der ISA, das am Samstag in Delhi stattfand, bekräftigte der indische Premierminister Narendra Modi das Engagement seines Landes für das Pariser Klimaabkommen und erklärte, Indien werde sein Ziel von 175 GW erneuerbarer Energie bis 2022 erreichen.

Zwei Jahre, nachdem die Schaffung der ISA auf dem UN-Klimagipfel COP21 in Paris vorgeschlagen wurde, ist sie inzwischen zu einer vertraglich verankerten internationalen Organisation geworden. Sie verfolgt drei Ziele: Die Nachfrage bündeln, um die Kosten für Solartechnologie zu senken; die Finanzierungskosten für einen schnellen Solareinsatz reduzieren; und Ressourcen für die nächste Generation der Forschung und Entwicklung zusammenführen.

Frankreich wird 700 Millionen Euro für die ISA bereitstellen, teilte Präsident Emmanuel Macron am Sonntag auf der Gründungskonferenz der Organisation mit. Insgesamt zielt ISA darauf ab, weltweit eine Billion Dollar an Mitteln für die zukünftige Solarenergieerzeugung, -speicherung und -technologie zu mobilisieren. Die Allianz hat aktuell 60 Unterzeichner, von denen 30 das Abkommen ratifiziert haben.

Sonnenenergie durch eine App

EURACTIV besuchte mit dem Gründer von Sunna Design „Moon light“-Projekte in Ziguinchor, Senegal.

„Die International Solar Alliance ist eine gewaltige Initiative Indiens und Frankreichs, um die unvermeidliche, technologiegetriebene Transformation auf den Welt-Elektrizitätsmärkten hin zu erneuerbarer Energie zu beschleunigen,“ erläutert Tim Buckley vom Institute for Energy Economics and Financial Analysis (IEEFA), einer Forschungsorganisation, die sich auf finanzielle und wirtschaftliche Fragen im Zusammenhang mit Energie und Umwelt konzentriert.

„Die deflationären Vorteile erneuerbarer Energien sind ein zusätzlicher Bonus für die Verbraucher weltweit, und die politischen Erkenntnisse, die sich aus Indiens beschleunigtem Einsatz [von Solarenergietechnologien] ergeben, sind außerordentlich wertvoll. Länder wie Ägypten, die Philippinen und Thailand werden sich nun auf eine ähnliche Reise begeben,“ fügte Buckley hinzu.

Weiter sagte er, die internationale Zusammenarbeit sei „absolut entscheidend“, um Unterbrechungen in sowie die Kosten bei der Energiewende zu minimieren. „Mit zunehmender Solar-Durchdringung wird die Netzintegration problematischer, und Solar- und Speicheranlagen, Pumpspeicherkraftwerke, mehr Netzverbindungen und andere technologische Entwicklungen werden unerlässlich,“ prognostiziert Buckley.

China erreicht Solarenergie-Ziel für 2020 – und stellt Europa in den Schatten

China hat sein Solarenergie-Ziel für 2020 bereits erreicht – und stellt damit die europäischen Bemühungen in den Schatten.

Subscribe to our newsletters

Subscribe