EU bereitet sich auf COP-Klimakonferenz im November vor

Sloweniens Umweltminister Andrej Vizjak (m.) während des Treffens in Brdo pri Kranju, am 20. Juli 2021. [EPA-EFE/TOMI LOMBAR]

Die Umweltminister:innen der EU-Staaten haben sich zu einem informellen Austausch im slowenischen Brdo pri Kranju getroffen. Dort ging es vor allem um die Vorbereitungen auf die UN-Klimakonferenz (COP26) im November in Glasgow.

Der slowenische Umweltminister Andrej Vizjak erklärte, die Diskussion habe darauf abgezielt, die aktuelle Situation und die erzielten Fortschritte zu analysieren sowie herauszufinden, was im Vorfeld der Konferenz noch getan werden müsse.

Vizjak, der das Treffen als Vertreter der slowenischen EU-Ratspräsidentschaft leitete, beschrieb die Gespräche als „außerordentlich hilfreich“. Im Pressegespräch nach einer Nachmittagssitzung wies er am Dienstag erneut auf die vier Hauptziele der COP26-Konferenz hin: Minderung, Anpassung, Finanzierung und Zusammenarbeit in Sachen Klimaschutz.

Ebenso wichtig wie das europäische „Fit for 55“-Gesetzespaket, das die Minister am Morgen diskutiert hatten, sei auch der Fortschritt auf internationaler Ebene, so der Minister: „Das politische Rampenlicht wird definitiv auf den globalen Ambitionen im Bereich der Klimawandel-Abschwächung liegen, ebenso wie auf den Finanzierungsverpflichtungen und der allgemeinen Stärkung der Politik bei der Anpassung an den Klimawandel.“

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Vizjak verwies auf die Rolle der EU als globale Führungsmacht und versprach, dass „wir alles in unserer Macht stehende tun werden“, um auf der Klimakonferenz in Schottland konkrete Ergebnisse zu erzielen.

Er betonte erneut: „Wir sind uns alle einig, dass einerseits das Regelwerk des Pariser Klimaabkommens vervollständigt werden muss, andererseits aber – angesichts der globalen Situation – auch die Diskussion über finanzielle Verpflichtungen über das Jahr 2025 hinaus in Gang gesetzt werden muss.“

Jetzt sei die Zeit, die Ambitionen und das Engagement auf allen Ebenen erhöhen, so Vizjak.

G20 und weitere Treffen

Der slowenische Minister sagte, seiner Meinung nach sollten bis zur Konferenz in Glasgow alle vorherigen internationalen Veranstaltungen genutzt werden, um die globalen Partner der EU auf weltweite Abkommen vorzubereiten – und einmal mehr anzuspornen. Eine solche Veranstaltung dürfte das Treffen der G20-Umweltminister:innen in Neapel am heutigen Donnerstag sein.

COP26-Präsident Alok Sharma, der am Treffen in Slowenien ebenfalls teilnahm, fügte hinzu, er sehe den Gipfel in Glasgow als einen „Schlüsselmoment“ für die ganze Welt. Die EU mit ihrem diplomatischen Geschick sei der wichtigste Akteur, um das Ziel von 1,5 Grad Erderwärmung zu erreichen. Er lobte Slowenien dafür, dass es mit gutem Beispiel vorangehe und eine langfristige Strategie vorgelegt habe, in der es sich verpflichtet, bis 2050 CO2-Neutralität zu erreichen.

Auch er verwies auf das Thema Finanzierung: Die Geberländer sollten ihre finanziellen Klima-Zusagen bis 2025 erhöhen. Er würde sich wünschen, dass die Länder noch vor der COP26 einen „klaren Weg“ aufzeigen, wie das Ziel eines jährlichen Zuschusses der Industrie- an die Entwicklungsländer zur Klimafinanzierung in Höhe von 100 Milliarden Dollar erreicht werden kann.

Sharma lud Vizjak des Weiteren zu einem weiteren groß angelegten Ministertreffen in London Ende dieser Woche ein, bei dem es darum gehen wird, genauer zu klären, welche Ergebnisse in Glasgow erzielt werden sollen.

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