Erneuerbare Energien in Deutschland seit 2000 vervierfacht

Windkraft ist in Deutschland weiter im Aufwind. [Adrian S Jones (CC BY-NC-SA 2.0)]

Regenerative Energieträger sind in Deutschland im Aufwind. Dabei spielt die Windkraft weiterhin die wichtigste Rolle – auch im europäischen Vergleich. Doch laut einer aktuellen Studie sind deren Potentiale noch lange nicht ausgeschöpft.

Deutschlands Stromproduktion aus erneuerbaren Energien wächst kontinuierlich an: Seit 2000 hat sich die Gesamtstromleistung vervierfacht. Betrug sie vor 15 Jahren noch rund 40 Terawattstunden, lag sie 2014 bei 157,4 Terawattstunden. Das geht aus einer aktuellen Studie des Energieexperten Bernhard Chabot hervor.

Die Windkraft spielt dabei weiterhin eine tragende Rolle – auch im europäischen Vergleich: 2014 betrug der Anteil der EU-weiten Gesamtleistung der installierten Windenergie bei 30,4 Prozent, gefolgt von Spanien mit 17,9 Prozent und Großbritannien mit 9,7 Prozent. Innerhalb nur eines Jahres hat Deutschland 5.280 Megawatt (14,3 Prozent) hinzugebaut, zeigen Zahlen der Europäischen Windenergie-Agentur EWEA, auf die sich Chabot bezieht.

Allerdings produzieren deutsche Windkraftwerke bei weitem nicht so viel, wie sie können. Der Nutzungsgrad lag 2013 bei lediglich 18 Prozent. Damit rangiert Deutschland im EU-Vergleich auf Platz 22.“Diese Werte sind katastrophal“, meint Energieexperte Craig Morris.

Die Ursachen für die geringen Volllaststunden deutscher Anlagen sind bekannt: Der Windkraftmarkt in Deutschland ist vergleichsweise alt, weiterhin sind viele Anlagen älterer Generation im Einsatz. Erst ällmählich werden diese durch neuere Systemen ersetzt.

Zudem weht in Deutschland – abgesehen vom Küstenstreifen im Norden – relativ wenig Wind. Damit die Anlagen auch in windschwachen Regionen mehr Strom produzieren, fordert Morris ein Umdenken in der deutschen Windkraftkultur: „On-shore brauchen wir größere Rotorblätter bei gleich groß bleibenden Generatoren“, so Morris.

Größere Rotorblätter erzeugen mehr Energie. Bei kleineren Generatoren entfallen dann zwar Leistungsspitzen, weil sie nur begrenzt Energie produzieren können, doch laufen solche Generatoren in der Summe länger – springen sie doch bei schwachen Winden bereits früher an.

In den vergangenen Monaten konnte in Deutschland von schwachen Winden allerdings gar keine Rede sein. Im Dezember haben Windkraftanlagen wegen des stürmischen Wetters so viel Strom produziert wie noch nie in einem Monat.

8,9 Milliarden Kilowattstunden Strom seien im Dezember eingespeist worden, teilte das Internationale Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) mit. Zum Vergleich: Alle deutschen Atomkraftwerke zusammen erzeugten 2013 pro Monat rund acht Milliarden Kilowattstunden.

Der neue Windenergie-Rekord könnte schon 2015 wieder übertroffen werden. Denn in den kommenden Monaten werden zahlreiche neue Windparks auf See im Jahr 2015 ans Netz gehen und hauptsächlich Strom in den windstarken Wintermonaten produzieren.

Dänermark Spitzenreiter bei der Windkraft

Was den Anteil der Windkraft am landesweiten Strommix anbetrifft, ist nicht Deutschland, sondern Dänemark führend. Mit einem Anteil von 39,1 Prozent im Jahr 2014 ist Dänemark die weltweit führende Nation in der Windenergie.

2004 machte der Anteil noch lediglich 18,8 Prozent aus. Zehn Jahre später hat sich diese Zahl mehr als verdoppelt. Allein im Januar 2014 produzierten die Dänen 61,4 Prozent ihres Stroms durch Windkraft.

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