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18/01/2017

Energiesicherheit: Schweden und Litauen protestieren gegen russische Störfeuer

Energie und Umwelt

Energiesicherheit: Schweden und Litauen protestieren gegen russische Störfeuer

Der Verlauf des Nordbalt-Kabels in der Ostsee.

[Baltic reports]

Russische Kriegsschiffe stören seit mehreren Monaten die Kabelverlegungsarbeiten für die EU-finanzierte Stromverbindung „Nordbalt“ zwischen Schweden und Litauen. Die betroffenen Regierungen verlangen nun Aufklärung von Moskau.

Russische Schiffe haben in den vergangenen zwei Monaten vier Mal die Verlegung des „Nordbalt“-Kabels zwischen Schweden und Litauen unterbrochen. Das berichten mehrere schwedische Medien unter Berufung auf Pezhman Fivrin, dem Sprecher von Außenministerin Margot Wallström.

„Schweden hat die Angelegenheit mit den russischen Behörden erörtert“, sagte Fivrin am Samstag. Die schwedische Regierung will das Thema am heutigen Montag ein weiteres Mal mit Russland besprechen.

Das litauische Außenministerium bestellte den russischen Botschafter ein. Dem Ministerium zufolge bricht Russland das Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen (UNCLOS).

In einer Erklärung warf es Russland versuchte Einmischung in den Aufbau des Kabels vor. Russlands Ausrede sei es, dass das zum „Schutz seiner militärischen Übungszonen“ geschehe.

„Die russischen Behörden haben die litauischen Institutionen niemals um eine vorherige Erlaubnis für solche Aktivitäten in der ausschließlichen Wirtschaftszone Litauens ersucht oder diese erhalten“, so die Stellungnahme.

Das 400 Kilometer lange Kabel verläuft vom litauischen Klaipeda nach Nybro an der schwedischen Ostküste. Es dient der Verbesserung des Handels der litauischen und skandinavischen Strommärkte. Auch soll sich so die Sicherheit der Stromlieferungen für sowohl die nordischen Länder als auch Litauen erhöhen. Der Bau der Energieverbindung wird von der EU finanziell unterstützt.

Die diplomatischen Turbulenzen folgen nur wenige Wochen nachdem Schweden bestätigte, dass das angebliche russische U-Boot in schwedischen Territorialgewässern ein ziviles Arbeitsboot war.

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