Strikte Regulierungen von Strom- und Gaspreisen könnten Teil des bevorstehenden Vorschlags der Kommission zur Liberalisierung des Energiemarktes sein. Dies gibt die deutsche Zeitung Handelsblatt an, das einen Entwurf des Vorschlags erhalten hat.
Mit ihren Bemühungen, unfaire Preiserhöhungen zu vermeiden und die Transparenz für Verbraucher und neue Marktteilnehmer zu gewährleisten, könnte die Kommission Strom- und Gasanbieter verpflichten, Preise, Kundennamen, Mengen und Vertragslaufzeiten an nationale Energieregulierungsbehörden zu melden, so das Handelsblatt.
Hinsichtlich der Frage der Eigentumsentflechtung bestätigt der Entwurf die Andeutungen, die Ende Juli 2007 von einem Mitglied des Kabinetts des EU-Kommissars für Energie Andris Piebalgs gemacht wurden: Die Kommission wolle Unternehmen der Energieproduktion die Möglichkeit geben, entweder ihre Übertragungssysteme zu verkaufen oder die Eigentumsrechte beizubehalten, unter der Bedingung, dass die Betriebsleistungen der Übertragungssysteme auf einen unabhängigen Systembetreiber (Independent System Operator; ISO) übertragen würden (siehe EURACTIV vom 1. August 2007).
Nationale Energieregulierungsbehörden würden damit beauftragt werden, Vereinbarungen von unabhängigen Systembetreibern zu überwachen, indem sie die Unabhängigkeit der Netzwerkbetreiber von Herstellerunternehmen prüfen, und indem sie gegebenenfalls letzteren Sanktionen für Leistungen auferlegten.
Eine europaweite Energieregulierungsbehörde würde weiterhin die Befugnis erhalten, die nationalen Energieregulierungsbehörden zu beaufsichtigen.
Die Kommission hat abgelehnt, den Inhalt des Entwurfs zu kommentieren, ein Sprecher erklärte jedoch, dass der Entwurf für ‚Unruhe’ innerhalb der EU-Kommission gesorgt habe.
Der Vorschlag wird vermutlich am 19. September 2007 offiziell von der Kommission angenommen werden.

