Die verborgenen Klimakosten von Getreide

Ammoniumnitrat alleine soll zu 43 Prozent zur Treibhausgas-Bilanz eines Brotes beitragen. [Foto: DenisFilm/shutterstock]

Das tägliche Brot ist nicht ganz unschuldig, wenn es um die Klimakosten geht: Vor allem die Düngemittel, die bei der Getreideproduktion eingesetzt werden, trügen erheblich zum Treibhausgaseffekt bei, heißt es in einer Studie, die am Montag im Fachmagazin „Nature Plants“ veröffentlicht wurde.

Weltweit werden der Studie zufolge mehr als 100 Millionen Tonnen chemischer Düngemittel pro Jahr verstreut. Ammoniumnitrat alleine trage zu 43 Prozent zur Treibhausgas-Bilanz eines Brotes bei. „Das ist ein großes Problem“, sagte der Leiter der Studie, Peter Horton. „Aber die Umweltfolgen werden im System nicht berechnet.“

Kommission wägt Binnenmarktregeln für Düngemittel ab

Die Europäische Kommission hat die Überprüfung der EU-Gesetzgebung über Düngemittel eingeleitet. Dabei wird versucht, Entwurfsvorschläge anzunehmen, um den Markt bis Ende 2012 zu harmonisieren, wie EURACTIV erfahren hat.

Die Hauptgetreidesorten – wie Mais, Reis und Weizen – stellen rund die Hälfte der Kalorienversorgung der Menschheit sicher. Europäer konsumieren der Studie zufolge rund 63 Kilogramm Brot pro Jahr, US-Bürger etwa die Hälfte.

Der Kunde habe eine zentrale Rolle, sagte Ko-Autor Lenny Koh aus Sheffield. Entweder müsse der Kunde zu einem Produkt greifen, dessen Öko-Bilanz besser ausfalle. Wenn er dies nicht wolle, könnte er für politischen Wandel Druck ausüben.

EU: Weltmacht im Agrar- und Lebensmittelhandel

Von jeden 100 Euro, die zwischen der EU und anderen Staaten gehandelt werden, gehen sieben Euro auf das Konto der Lebensmittelindustrie. EURACTIV-Kooperationspartner EFEAgro berichtet.

Im aktuellen System liege das Hauptaugenmerk darauf, Geld zu verdienen, bemerkt die Studie. Nachrangig sei es, die sichere Versorgung mit Lebensmitteln auf Dauer zu garantieren.

Die derzeitige Weltbevölkerung von mehr als sieben Milliarden Menschen dürfte laut UN-Prognosen bis zum Jahr 2100 auf rund elf Milliarden anwachsen.

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