Deutschland verdoppelt Beiträge zu Weltklimafonds

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller. [Carsten Koall/ epa]

Der COP24-Weltklimagipfel steht vor der Tür. Im Vorfeld der Tagung im polnischen Kattowitz hat Deutschland verstärkte Hilfe für arme Länder gegen die Folgen der Erderwärmung angekündigt.

Man werde den Weltklimafonds (Green Climate Fund) künftig mit 1,5 Milliarden Euro – und damit doppelt so viel wie bisher – unterstützen, teilte Bundesentwicklungsminister Gerd Müller am Mittwoch in Berlin mit. „Ernährung und Klimaschutz sind Überlebensfragen der Menschheit“, so der Minister weiter.

Der globale Klimafonds ist das zentrale Instrument für die internationale Klimafinanzierung. Er hilft Entwicklungs- und Schwellenländern sowohl, den Treibhausgas-Ausstoß zu reduzieren als auch, sich an die bereits spürbaren Folgen des Klimawandels anzupassen.

Bislang ist der Fonds mit rund zehn Milliarden Dollar gefüllt worden, von denen aber bereits über die Hälfte abgeflossen sind. Daher müssen die Töpfe wieder aufgefüllt werden. Deutschland will ab 2019 nun 1,5 Milliarden Euro dazu beitragen und hofft, dass andere Länder ihre Anstrengungen ebenso verdoppeln.

Die Gesamtsumme verteilt sich über eine noch nicht genau festgelegte Zahl von Jahren, bis der Fonds erneut gespeist werden muss.

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Insgesamt will Deutschland bis 2020 vier Milliarden Euro für den Kampf gegen den Klimawandel bereitstellen und diese Summe dann jährlich aufbringen. Hintergrund ist, dass die reicheren Staaten zugesagt haben, ab 2020 jährlich 100 Milliarden Dollar aus öffentlichen und privaten Mitteln, etwa auch durch zinsverbilligte Kredite, den ärmsten Ländern zur Verfügung zu stellen. Deutschland will dazu rund zehn Milliarden Euro beitragen. Darin ist auch der Beitrag zum Klimafonds enthalten.

Der weltweite CO2-Ausstoß hat der UN zufolge im vergangenen Jahr einen Rekordstand erreicht. Bei der Weltklimakonferenz in Kattowitz soll nun ein Regelbuch erarbeitet werden, wie die Zusagen unter dem Klimaabkommen von Paris umgesetzt und kontrolliert werden können.

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