Deutsche Inflation klettert auf höchsten Stand seit Mitte 2012

Die Inflation erlebt eine Aufwärtsspirale.

Teureres Tanken, Heizen und Essen hat die deutsche Inflationsrate im Februar erstmals seit viereinhalb Jahren über die Marke von zwei Prozent gehievt.

Waren und Dienstleistungen kosteten im Schnitt 2,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt heute mitteilte und damit eine Schätzung von Anfang März bestätigte. Die Teuerung liegt nun über der Zielmarke der Europäischen Zentralbank (EZB), die nur bei Werten von knapp unter zwei Prozent von stabilen Preisen spricht.

Inflation: Der Preis ist heiß

Die Inflation in Deutschland zieht weiter an. Im Januar stiegen die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,9 Prozent an, meldet das Statistische Bundesamt nach vorläufigen Berechnungen.

Größter Preistreiber war erneut Energie, die sich im vorigen Monat um 7,2 Prozent verteuerte. Klammert man Energie aus, lag die Jahresteuerung bei 1,7 Prozent. Verbraucher mussten vor allem für Heizöl (plus 44 Prozent) und für das Tanken (plus 15,6 Prozent) tiefer in die Tasche greifen. Auch Nahrungsmittel verteuerten sich mit 4,4 Prozent überdurchschnittlich, allein die Preise für Gemüse stiegen um 21 Prozent.

Die Inflation dürfte insgesamt deutlich zunehmen. Lag sie 2016 nur bei 0,5 Prozent, beträgt sie nach Einschätzung des Kieler IfW-Instituts in diesem und im nächsten Jahr jeweils 1,8 Prozent. Fachleute gehen davon aus, dass dies die Kaufkraft der Verbraucher schmälert und der private Konsum deshalb nicht mehr so kräftig wächst. „Die Zeiten der niedrigen Inflation sind passé“, sagte Kastens. „Real bleibt bei den Konsumenten nicht so viel in der Tasche wie zuletzt.“

Weidmann warnt vor "irrationalen Inflationsängsten"

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hat die Geldpolitik der EZB gegen Kritik vor allem aus Deutschland in Schutz genommen.

Trotz der gestiegenen Inflation hält es EZB-Präsident Mario Draghi weiter für nötig, der Wirtschaft in der Euro-Zone mit geldpolitischen Impulsen auf die Sprünge zu helfen. Dies stößt vor allem in Deutschland auf Kritik.

 

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