Dänemark: Weltweit größte Elektro-Fähre nimmt Betrieb auf

Mit ihren 60 Metern Länge und 13 Metern Breite ist die Elektro-Fähre Ellen ein stattliches Schiff. [Photo: Leclanche]

Eine vollelektrische Fähre – angeblich die weltweit größte ihrer Art – absolvierte in der vergangenen Woche eine erste Fahrt zwischen zwei dänischen Inseln. Der Schifffahrtssektor bereitet sich aktuell auf strengere Grenzwerte vor, die 2020 in Kraft treten sollen.

Ende vergangener Woche fuhr die Fähre Ellen mit ihrer 4,3-Megawattstunden-Batterie durch die Meerenge zwischen den beiden Inselhäfen Fynshav und Søby in Süddänemark. Das Schiff kann 200 Passagiere und 30 Autos befördern.

Der Batteriebauer Leclanche, ein Schweizer Unternehmen, erklärte, die Fähre werde dank ihres sauberen Antriebssystems jedes Jahr 2.000 Tonnen Kohlendioxid und 1,4 Tonnen Schwefeldioxid einsparen.

Ab Anfang September wird die neue Elektro-Fährverbindung fünf- bis siebenmal täglich bedient.

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Angetrieben von zwei Motoren der dänischen Firma Danfoss Editron hat die Ellen eine Elektro-Reichweite von 40 km zwischen den Ladevorgängen. Das von der EU geförderte Projekt hinter dem Schiff teilte mit, dies sei siebenmal so viel wie zuvor erreicht werden konnte.

Ellen verdeutlicht, dass auch längere regionale Strecken mit rein elektrischen Mitteln zurückgelegt werden können,“ zeigte sich auch der Bürgermeister der Stadt Ærø, Ole Wej Petersen, zufrieden. Er fügte hinzu, man hoffe in seiner Gemeinde und der Region nun, dass das Schiff an sich zu einem Anziehungspunkt für Touristen werden könnte.

Schiffbauliche Herausforderung

Mit 60 Metern Länge und 13 Metern Breite ist die Ellen ein stattliches Schiff. Die dänischen Ingenieure sahen sich großen strukturellen Herausforderungen gegenüber, um die Fähre seetüchtig zu machen.

So wurden beispielsweise die Passagier- und Pkw-Decks auf gleicher Ebene gebaut; die Brücke besteht nicht wie üblich aus Stahl, sondern aus Aluminium. Damit wird Gewicht gespart und die Reichweite erhöht.

Auch die Möbel an Bord wurden aus recycelten Papier- und Pappmaterialien hergestellt.

Kurs auf die Emissionsziele

Ab Januar 2020 tritt ein neuer Grenzwert für den Schwefelgehalt von Kraftstoffen durch die Internationale Seeschifffahrtsorganisation in Kraft. Die derzeitige Grenze von 3,5 Prozent wird dann auf nur noch 0,5 Prozent gesenkt.

Angesichts der Null-Emissionen von Ellen im Betrieb könnten derartige Schiffe bald die Norm werden, glaubt daher Leclanche CEO Anil Srivastava: „Dieses Projekt zeigt, dass wir thermische Antriebe mit fossilen Brennstoffen heute durch saubere Energie ersetzen und so zum Kampf gegen die globale Erwärmung und Verschmutzung beitragen können – zum Wohle unserer Gesellschaft,“ heißt es in einer Presseerklärung.

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Auf nationaler Ebene wird die scheinbar umsetzbare und rentable vollelektrische Route zu den ehrgeizigen Klimaplänen Dänemarks beitragen. Die neue sozialdemokratische Regierung, die im Juni vereidigt wurde, hat sich verpflichtet, die Gesamtemissionen des Landes bis 2030 um 70 Prozent zu reduzieren.

Dieses Zielvorhaben gilt als eine der ehrgeizigsten Klimastrategien eines Industrielandes weltweit. Damit sieht Kopenhagen auch seine Rolle als Verfechter einer weiteren Erhöhung der EU-Gesamtziele zum gleichen Zeitpunkt (2030) gestärkt.

Derzeit laufen informelle Gespräche über die Anhebung des festgelegten EU-Ziels. Aktuell sind Emissionseinsparungen von 40 Prozent gegenüber den Werten von 1990 geplant. Die designierte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte gegenüber den Mitgliedern des Europäischen Parlaments bereits versprochen, sie werde eine Erhöhung der bestehenden Ziele unterstützen.

[Bearbeitet von Zoran Radosavljevic und Tim Steins]

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