COP25: Spanien und Chiles Hoffnungen

Die chilenische Umweltministerin Carolina Schmidt (li.), ihre spanische Amtskollegin Teresa Ribera (mi.) und die iberoamerikanische Generalsekretärin Rebeca Grynspan (re.) posieren für Fotos im Vorfeld der UN-Klimakonferenz COP 25 am 27. November 2019 in Madrid, Spanien. [EPA-EFE/BALLESTEROS]

Spanien und Chile hoffen, dass der Klimagipfel (COP25) in Madrid dazu dienen wird, eine neue Phase der Bekämpfung der Klimakrise einzuleiten, die nicht nur von den Zentralregierungen getragen wird, sondern alle Verwaltungen, die Gesellschaft insgesamt sowie den Privat- und Produktionssektor einbezieht. EURACTIVs Medienpartner EFE Verde berichtet.

Die spanische Ministerin für den ökologischen Übergang im Amt, Teresa Ribera, und ihre chilenische Kollegin Carolina Schmidt, haben dies zum Ausdruck gebracht und ein vom Europäischen Forum organisiertes informatives Frühstück organisiert, um die Vorbereitungen und Erwartungen für den Klimagipfel, der am kommenden Montag beginnt, voranzutreiben.

“COP25 Madrid wird einen neuen Zyklus eröffnen”

Spanien hofft, dass der nächste Klimagipfel (COP25) in Madrid „einen neuen Zyklus“ eröffnet und dass die internationalen Klimaverhandlungen einer neuen Phase des „Handelns“ und größeren Ambitionen zur Bekämpfung der Klimakrise weichen werden.

COP25 in Madrid

Spanien bot an, den Gipfel nach dem Rücktritt Chiles wegen der schweren internen Krise im Land zu veranstalten. Der chilenische Präsident, Sebastián Piñera, wird nicht für den Gipfel nach Madrid reisen, wie die chilenische Ministerin am Mittwoch bekannt gab. Schmidt betonte, dass Piñera derzeit der innenpolitischen Agenda Priorität einräumen muss.

Die Konferenz erfolgt im Anschluss an die jüngste Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, den Austritt aus dem Pariser Klimaabkommen zu inszenieren, sowie die Veröffentlichung neuer UN-Berichte, die vor den katastrophalen Auswirkungen des Klimawandels warnen.

Die spanische Ministerin betonte, dass multilateralen Maßnahmen gegen die „Lokalismen“, die die internationalen Klimaverhandlungen bedrohen, neue Impulse gegeben werden müssen.

Klimaplan: Madrids Kampf gegen die Zeit

Der nationale Energie- und Klimaplan soll schnellstmöglich verabschiedet werden, bevor die anstehenden Neuwahlen den Prozess weiter verzögern können.

„Multilateralismus kann bei Schwierigkeiten durchgesetzt werden; Spanien will der ausführende Arm mit einer Schlüsselagenda und zu einem Schlüsselzeitpunkt“ sein, um die Klimaziele zu erreichen und auf wissenschaftliche Berichte zu reagieren, die vor den „schwerwiegenden Folgen“ des Klimawandels warnen, sagte Ribera.

Die Ministerin hob den „festen Willen“ der spanischen Regierung hervor, dieses Treffen nicht in einer Zeit „großer Umweltprobleme“ fallen zu lassen, sowie das Engagement Spaniens für die lateinamerikanische Gemeinschaft. Bei dem Treffen dankte Ribera dem Andenstaat und den Vereinten Nationen für ihr Vertrauen bei der Ausführung des Klimagipfels.

Auch ihre chilenische Amtskollegin bedankte sich bei Spanien für die schnelle Bereitschaft und Großzügigkeit, den Gipfel auszurichten. Sie sagte, es sei eine Geste, die die spanische Regierung „adelt“.

Spanien will bis 2030 aus Kohle- und Atomkraft aussteigen

Spanien will seine letzten Kernreaktoren und Kohlekraftwerke vor 2030 schließen, so Energieminister José Dominguez.

Pariser Abkommen

Carolina Schmidt hat insbesondere darauf hingewiesen, wie wichtig es sei, bei der Umsetzung des Pariser Abkommens, das ehrgeizigere Ziele ab 2020 vorsieht, zusammenzuarbeiten.

„Die Klimaagenda ist aktueller denn je“, erklärte die chilenische Ministerin, die nachdrücklich gefordert hat, sich auf die Menschen, sowie auf einen gerechten wirtschaftlichen und sozialen Übergang zu konzentrieren. Sowohl die lokalen und regionalen Regierungen, als auch der Privatsektor sollen dabei insebesondere einbezogen werden.

Die soziale Krise und die Umweltkrise „sind zwei Seiten derselben Münze“, sagte die chilenische Ministerin, die in ihrer Rede einige Zahlen zur Sprache brachte, die ihrer Meinung nach zwar das wirtschaftliche und soziale „Erfolgsmodell“ ihres Landes untermauern, aber auch zeigen, dass es nicht alle Chilenen gleichermaßen erreicht hat.

Carolina Schmidt hat auf das „Erwachen“ der chilenischen Gesellschaft, aber auch auf die schweren Straßenunruhen hingewiesen. Ihrer Meinung nach solle es „keine Straffreiheit“ für diejenigen geben wird, die Gewalttaten begangen haben, und erinnerte daran, dass sich die Regierung verpflichtet hat, eine neue Verfassung zu erarbeiten.

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Proteste

Ihr Auftritt in einem zentral gelegenen Hotel in Madrid fiel zeitlich mit dem Protest einer kleinen Gruppe von Demonstranten zusammen, die einen Banner mit der Aufschrift „Spanien begrüßt eine mörderische Regierung“ trugen. Auch „während Carolina frühstückt, mordet ihre Regierung“, wurde von den Protestierenden gerufen.

„Die jungen Leute geben das Tempo für eine neue Agenda vor, und wir können dabei nicht versagen“, betonte sie.

Ribera hat des Weiteren einige der Schlüsselzahlen des Gipfels auf den neuesten Stand gebracht und beispielsweise darauf hingewiesen, dass die geschätzten Kosten für die Organisation bei rund 50 Millionen Euro liegen werden, verglichen mit einer ursprünglichen Prognose von rund 60 Millionen Euro. Der veranschlagte Ertrag wird bei fast 200 Millionen Euro liegen, kündigte sie an.

[Bearbeitet von Britta Weppner]

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