Die Europäische Union hat zu Beginn der COP27 in Sharm El-Sheikh in Sachen Wasserstoff und saubere Technologien beim Aufbau von Partnerschaften mit Entwicklungsländern deutlich Fortschritte gemacht. Unter anderem wird eine solche Partnerschaft mit Kasachstan angestrebt.
In ihrem im Mai vorgestellten REPowerEU-Plan hat die EU-Kommission das Ziel festgelegt, bis 2030 zehn Millionen Tonnen erneuerbaren Wasserstoff in Europa zu produzieren und die gleiche Menge zu importieren.
Nun macht die Kommission Fortschritte bei der Sicherung dieser Lieferungen.
In den ersten Tagen der COP27 betonte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Montag (7. November)
Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Kasachstans Premierminister Alikhan Smailov unterzeichneten im Rahmen der COP27 eine Absichtserklärung, die eine „strategische Partnerschaft“ zwischen beiden Seiten festlegt.
Die Partnerschaft schafft eine „engere wirtschaftliche und industrielle Integration“ in den Bereichen Rohstoffe, Batterien und erneuerbarer Wasserstoff durch die Identifizierung gemeinsamer Projekte, die Angleichung von Umwelt- und Sozialstandards sowie die Modernisierung von Bergbau- und Raffinerieprozessen.
„Eine sichere und nachhaltige Versorgung mit Rohstoffen, veredelten Materialien und erneuerbarem Wasserstoff ist eine wichtige Voraussetzung für den Aufbau einer neuen, saubereren Grundlage für unsere Volkswirtschaften“, erklärte von der Leyen.
„Wir schlagen im Grunde ein neues Kapitel in unserer ohnehin schon tiefen Beziehung auf“, fügte sie bei der Unterzeichnungszeremonie hinzu.
Der Anteil ausländischer Direktinvestitionen in Kasachstan liege bereits bei 60 Prozent, betonte von der Leyen. Die Zusammenarbeit mit Astana sei der Schlüssel zur Erreichung der Klimaziele der EU.
Im Rahmen der Partnerschaft haben sich die EU und Kasachstan verpflichtet, einen „Fahrplan für 2023-2024″ zu entwickeln. Dabei sollen innerhalb von sechs Monaten nach der Unterzeichnung der Partnerschaft konkrete gemeinsame Maßnahmen vereinbart werden.
Kasachstan sei „bereit, europäischen Unternehmen günstige Bedingungen und die erforderliche Infrastruktur zu bieten, wenn sie sich für eine Ansiedlung in Kasachstan entscheiden“, erklärte Smailov.
Kasachstan will in Sachen erneuerbarem Wasserstoff künftig weltweit an der Spitze stehen.
Im Oktober hatte die Regierung mit dem europäischen Konzern für erneuerbare Energien Svevind eine Vereinbarung über den Bau einer der fünf weltweit größten Anlagen zur Herstellung von grünem Wasserstoff geschlossen, berichtete die Astana Times.
Das Projekt wird in der Region Mangystau in der Nähe des Kaspischen Meeres errichtet und soll ab 2030 grünen Wasserstoff aus Sonnen- und Windenergie produzieren.
Andere Wasserstoff-Deals
Bei der COP27 bemüht sich die EU weitere Partnerschaftsabkommen auszuhandeln.
Von der Leyen traf sich am Dienstag (8. November) mit Namibias Präsident Hage Geingob, um eine ähnliche Partnerschaft zu unterzeichnen.
Ein weiteres Abkommen zwischen der EU und Ägypten über erneuerbare Energien und grünen Wasserstoff soll ebenfalls während der COP27 unterzeichnet werden.
Das Abkommen wird „die Zertifizierung von erneuerbarem Wasserstoff beinhalten, der dann zwischen Ägypten und Europa gehandelt werden kann“, erklärte ein EU-Beamter.
Diese Partnerschaft geht auf ein Treffen zwischen von der Leyen und dem ägyptischen Präsidenten El Sisi im Juli zurück. Da hatten beide vereinbart bei den Herausforderungen in den Bereichen Klima, Energie und industrieller Wandel zusammenzuarbeiten.
Der EU-Beamte erwähnte auch die jüngste Vereinbarung über grüne Energie zwischen der EU und Marokko, die im Oktober von Kommissionsvizepräsident Frans Timmermans, und dem marokkanischen Chefdiplomaten Nasser Bourita unterzeichnet wurde. Ziel ist es, die Zusammenarbeit im Bereich der erneuerbaren Energien zu stärken.
„Auch hier handelt es sich um eine für beide Seiten vorteilhafte Beziehung, sowohl für Europa als auch für unsere Partner im Süden, die offensichtlich über ein großes Potenzial an erneuerbaren Energien in Form von Solar- und Windenergie verfügen“, so der Beamte.
[Bearbeitet von Frédéric Simon]


