Der ehemalige Handelsminister des Vereinigten Königreichs, Liam Fox, hat eine CO2-Grenzsteuer gefordert, um heimische Unternehmen vor billigeren Importen aus Ländern mit weniger strengen Klimaregelungen zu schützen.
„Ich hoffe, dass die Regierung so schnell wie möglich konkrete Pläne vorlegen wird, um einen praktikablen Vorschlag diesbezüglich zu erstellen,“ sagte Fox gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.
Der britische Handelsminister der Jahre 2016-2019 sprach im Vorfeld eines Treffens der sieben größten Volkswirtschaften (G7) in Cornwall im kommenden Monat und wird seinen Vorschlag für eine CO2-Grenzabgabe am heutigen Donnerstag (27. Mai) in einer Rede vor dem Centre for Policy Studies weiter erläutern.
„Für britische und europäische Unternehmen gibt es die zunehmende Einsicht, dass der CO2-Preis inzwischen so hoch ist, dass sie seinetwegen im globalen Kontext nicht mehr wettbewerbsfähig sind,“ warnte er. „Warum sollten sie also Maßnahmen ergreifen, um ihren CO2-Fußabdruck zu reduzieren, während Länder mit hoher Umweltverschmutzung ohne diese Kosten auf unseren Märkten verkaufen können?“
Das Vereinigte Königreich hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen. In der vergangenen Woche wurde ein heimisches Emissionshandelssystem eingeführt, bei dem Kraftwerke, Fabriken und Fluggesellschaften für jede Tonne Kohlendioxid, die sie ausstoßen, Gebühren zahlen müssen.
Das britische ETS ersetzt die bisherige Teilnahme des Landes am EU-Emissionshandelssystem, das es nach dem Brexit ebenfalls verlassen hat.
Die Preise im britischen Emissionshandel liegen derzeit bei etwa 51,50 Pfund (ca. 60,20 Euro) pro Tonne – also höher als die EU-Preise, die letzte Woche einen Rekordwert von 56,90 Euro pro Tonne erreichten.
Derweil wird in einem neuen Bericht der Weltbank festgehalten, dass inzwischen ein Fünftel der weltweiten Treibhausgasemissionen mit einem Preis für Kohlenstoff abgedeckt wird – entweder über ein Emissionshandelssystem oder eine CO2-Steuer.
Die EU arbeitet ihrerseits bereits an Plänen zur Einführung einer CO2-Grenzsteuer, um energieintensive Industrien wie Stahl zu schützen. Diese Abgabe wird jedoch wahrscheinlich nicht vor 2023 in Kraft treten.





