Bericht: Abschaltung der deutschen Atomkraftwerke wird nicht zu Stromknappheit führen

Das Kernkraftwerk in Neckarwestheim, Deutschland, 01. November 2021 (ausgegeben am 04. November 2021). Die Anlage, auch GKN genannt, besteht aus zwei Blöcken, von denen Block 1 im Jahr 2011 abgeschaltet wurde. Block 2 ist einer der letzten drei Reaktoren in Deutschland, die bis Ende 2022 vom Netz gehen. Derzeit sind noch sechs Kernkraftwerke in Betrieb, von denen drei im Dezember 2021 abgeschaltet werden sollen. Nach der Nuklearkatastrophe in Fukushima 2011 hatte Deutschland den Ausstieg aus der Kernenergie bis 2022 beschlossen und strebt seitdem den Umstieg auf erneuerbare Energien an, eines der Hauptthemen der COP26 [EPA-EFE/RONALD WITTEK]

Die Abschaltung der letzten deutschen Kernkraftwerke wird nach Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) keine Versorgungsengpässe verursachen. CLEW berichtet.

Während die Ampelkoalition in Berlin Gestalt annimmt, gibt es Befürchtungen, dass der bevorstehende Ausstieg des Landes aus der Kernenergie zu Stromknappheit führen könnte, da der Ausbau der erneuerbaren Energien seit Jahren nur langsam vorankommt.

„Ich erwarte ein blinkendes orangefarbenes Ampel-Emoji, wenn die deutsche Regierung in diesem Winter mit Stromausfällen rechnen muss“, twitterte der Energieanalyst Thierry Bros.

Die Forscher:innen haben mit Hilfe von Modellierungsmethoden untersucht, wie sich die Stilllegung der Kernkraftwerke Brokdorf, Grohnde und Gundremmingen C (die Ende dieses Jahres vom Netz genommen werden) sowie Neckarwestheim 2, Isar 2 und Emsland (die Ende 2022 abgeschaltet werden) auf die Stromflüsse und den Energiemix in Deutschland auswirken wird.

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass der Rückgang der Kernenergie vorübergehend zu einem höheren Einsatz fossiler Brennstoffe und zu Importen führen wird, dass dies aber durch den beschleunigten Ausbau der erneuerbaren Energien schnell wieder reduziert werden dürfte.

Es wird erwartet, dass der deutsche Energieverbrauch bis 2030 um 100 TWh zunehmen wird, während die nächste deutsche Regierung bis 2030 aus der Kohle aussteigen und 2040 aus dem Gas aussteigen will.

Es wird erwartet, dass die nächste Regierung den Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland vorantreiben wird, indem sie die Planungs- und Genehmigungsverfahren beschleunigt und die Installation von Solaranlagen auf neu gebauten Gebäuden vorschreibt, so die FAZ.

Die nächste deutsche Regierung hat in dem heute veröffentlichten Koalitionsvertrags festgeschrieben, dass der Anteil von erneuerbaren Energien an gesamten Stromverbrauch bis 2030 auf 80 Prozent ansteigen soll, während das derzeitige Ziel bei 65 % liegt.

Prognosen gehen derzeit davon aus, dass der Energiebedarf in Deutschland im Jahr 2030 zwischen 645 und 665 TWh liegen wird. Sollten sich diese Prognosen bewahrheiten, würde dies bedeuten, dass Wind- und Solarenergie mehr als 516 TWh pro Jahr erzeugen müssten, was mehr als einer Verdoppelung der derzeitigen Erzeugungskapazität für erneuerbare Energien entspräche.

Im Jahr 2020 lag der Verbrauch an erneuerbarer Energie laut CLEW bei 251 TWh.

Um den Netzbetrieb stabil zu halten, wird auch das Engpassmanagement angepasst werden müssen. „Die Lichter werden in Deutschland nicht ausgehen“, sagte Studienautorin Claudia Kemfert in einer Stellungnahme.

„Im Gegenteil: Der [Atom-]Ausstieg ebnet den Weg für den überfälligen Ausbau der erneuerbaren Energien. Die Kernenergie war von Anfang an unwirtschaftlich und mit unkalkulierbaren Risiken behaftet.“

Der geplante Ausstieg aus der Kernenergie in Deutschland wurde 2011 nach der Atomkatastrophe von Fukushima in Japan beschlossen. Die Entscheidung wurde kritisiert, weil sie die Abhängigkeit des Landes von importiertem fossilem Gas vergrößert, während Deutschland gleichzeitig aus der Kohle aussteigt.

Seltener Auftritt von Atomkraft-Befürwortern in Berlin

Während die Atomkraftbefürworter weiter kämpfen, haben die AKW-Betreiber ihren Frieden mit der Abschaltung der deutschen Atomreaktoren im Jahr 2022 gemacht.

[Bearbeitet von Frédéric Simon]

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