Antike Stätten von Olympia vorerst vor Flammen gerettet

Die Wildfeuer die den Süden Europas in Atem halten konnten davon abgehalten werden, wichtige Stätten in Griechenland zu verwüsten, die Lage in der Türkei und auf Sizilien ist ebenfalls weiter angespannt.. EPA-EFE/ORESTIS PANAGIOTOU

Athen steckt unter einer Rauchglocke, zerstörerische Feuer näherten sich dem antiken Olympia. In der Türkei kommen Menschen in Flammen ums Leben, berichtet der Tagesspiegel, Medienpartner von EURACTIV.

Ein Großbrand nahe Olympia ist in der Nacht zum Donnerstag (5. August) gerade noch rechtzeitig eingedämmt worden – kurz bevor die Flammen die antike Stätte in Griechenland erreichen konnten.

„Die Stätte ist vorerst gerettet“, sagte der Gouverneur der Region Westgriechenland, Nektarios Farmakis, am frühen Morgen im Staatsfernsehen. Er warnte jedoch: „Die Gefahr ist nicht vorbei.“ Zu hoffen sei, dass der Brand mithilfe von Hubschraubern und Löschflugzeugen in den nächsten Stunden unter Kontrolle gebracht werde.

In ganz Griechenland herrscht seit Monaten Dürre, zudem erreichen die Temperaturen seit zehn Tagen teils Werte von 40 bis 47 Grad. So kann schon ein Funken reichen, um zerstörerische Großbrände auszulösen.

„Uns stehen noch schwierige Tage bevor“, sagte der Chef des Zivilschutzes, Nikos Chardalias, am Mittwochabend nach einer Krisensitzung mit der Feuerwehrführung.

Die ganze Nacht kämpften Feuerwehrkräfte und freiwillige Helfer rund um Olympia gegen die Flammen. „Wir tun alles Menschenmögliche, um Olympia zu retten“, sagte Kulturministerin Lina Mendoni dem griechischen Staatsfernsehen.

Rund um die antike Stätte und das Stadion von Olympia hatten starke Einheiten der Feuerwehr und der lokalen Behörden eine letzte Verteidigungslinie gegen die Flammen gebildet. Am frühen Donnerstagmorgen (5. August) lenkte eine leichte Brise die Flammen weg von Olympia, wie Reporter vor Ort berichteten.

Schwere Brände tobten am Donnerstagmorgen (5. August) auch auf der Halbinsel Euböa und in zahlreichen Regionen der Halbinsel Peloponnes. An Euböas Küste mussten nahe der Ortschaft Rovies Dutzende Menschen mit Booten in Sicherheit gebracht werden. Zahlreiche Häuser wurden zerstört, mehrere Dörfer evakuiert.

Der Bürgermeister einer Ortschaft in der Nähe, Argyris Liaskos, sprach am Mittwoch im Fernsehen von  „mindestens 150 verbrannten Häusern“. Das Feuer bedrohte auch ein Kloster. Örtlichen Medienberichten zufolge weigerten sich drei Mönche, das Kloster Sankt-David im Norden der Insel zu verlassen.

„Die Flammen sind 30 bis 40 Meter hoch und haben das Kloster umzingelt“, sagte einer der Mönche per Telefon der griechischen Nachrichtenagentur ANA. „Wir ersticken fast wegen des Rauchs.“ Am Abend wurden die Mönche laut der Agentur in Sicherheit gebracht.

Einige hundert Kilometer südöstlich wurde das Wärmekraftwerk nahe der türkischen Stadt Milas vollständig evakuiert, wie Bürgermeister Muhammet Tokat auf Twitter mitteilte.

Feuerwehrleute und Polizisten flohen vom Gelände, während die orangefarbenen Flammen bereits bis zum Tor der Anlage leckten, wie AFP-Reporter berichteten. Die Wasserstoff-Kühltanks waren nach Behördenangaben zuvor vorsichtshalber geleert und mit Wasser gefüllt worden.

Lage in der Türkei noch außergewöhnlicher

Auch in Italien und der Türkei verwandeln verheerende Brände Urlaubsregionen in verkohlte Landschaften. In der Türkei sei die Lage noch außergewöhnlicher. Seit Beginn der Datenerfassung 2003 seien dort keine derart intensiven Feuer beobachtet worden, sagte Parrington. Nach offiziellen Angaben bekämpfte die Feuerwehr in der Türkei bisher über 160 Brände, von denen ein Großteil gelöscht worden sei.

Doch Großbrände in den Provinzen Antalya und Mugla können seit Tagen nicht unter Kontrolle gebracht werden. Am Mittwoch griffen die Flammen in Milas (Mugla) zudem auf ein Kohlekraftwerk über.

Der Bürgermeister von Milas, Muhammet Tokat, twitterte am Abend, die Flammen hätten das Kraftwerk erfasst. Das Werk würde evakuiert. Türkischen Medien zufolge war explosives Material zuvor weggeschafft worden.

Laut Doganay Tolunay, Forstingenieur an der Istanbul-Universität, fielen bisher schätzungsweise mehr als 100 000 Hektar Land den Feuern zum Opfer. Allein in Mugla wurden bisher 2000 Häuser beschädigt, 16 000 Menschen mussten dem Innenministerium zufolge ihre Unterkünfte verlassen. In Antalya schätze man den Schaden noch deutlich höher. Bisher starben acht Menschen durch die Brände.

Auch bei Waldbränden in Albanien und im Kosovo kamen zwei Menschen ums Leben, in Bulgarien starben zwei Forstarbeiter bei Löschversuchen an der Grenze zu Griechenland.

Auch in Italien kämpfte die Feuerwehr weiter gegen Flammen, etwa auf Sizilien in der Provinz Palermo. Dort wüten seit Tagen heftige Waldbrände. Feuerwehrkräfte aus anderen Teilen Italiens kamen zur Unterstützung.

Die Zivilschutzbehörde der beliebten Urlaubsinsel sagte für Donnerstag (5. August) wieder die höchste Brandrisikostufe für den Norden und Osten voraus. Die Temperaturen dürften dort mancherorts erneut über 40 Grad liegen.

Der Landwirtschaftsverband Coldiretti sprach am Mittwoch von einem Millionenschaden für Umwelt, Tourismusbranche und andere Wirtschaftszweige. Die Zahl großer Brände sei in diesem Sommer verglichen mit den Vorjahren sehr stark gestiegen. Besonders betroffen seien die großen Inseln Sizilien und Sardinien sowie viele süditalienische Regionen.

Tausende Hektar Wald und Landwirtschaftsfläche seien verbrannt und viele Tiere den Flammen zum Opfer gefallen. Bei sengender Hitze und Trockenheit trieben zuletzt immer wieder kräftige Winde die Flammen an.

In Italien ist Brandstiftung oft ein Grund für derartige Feuer. Die Polizei nahm in den vergangenen Tagen immer wieder Verdächtige fest.

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