20.000 Kohlearbeiter protestieren bei Besuch der Kohlekommission

Protestierende Kohlearbeiter mit Schildern

Angestellte der Kohleindustrie protestieren. [Rainer Jensen/ epa]

Die „Kohlekommission“ ist zu Besuch im rheinischen Braunkohlerevier. Doch die Reise wird von heftigen Protesten betroffener Arbeiter begleitet.

Am Rande einer Sitzung der Kommission für Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung, meist „Kohlekommission“ genannt, haben am Mittwoch im rheinischen Braunkohlerevier rund 20.000 Beschäftigte der Branche für ihre Arbeitsplätze demonstriert. Die Teilnehmer der Großveranstaltung unter dem Motto „Ohne gute Arbeit kein gutes Klima! Wir sind laut für unsere Jobs“ versammelten sich zunächst zu einem Demonstrationszug in Bergheim bei Köln, wie die örtliche Polizei mitteilte. Zu den Demonstrationen hatten die Gewerkschaften IG BCE und Verdi aufgerufen.

Die Kohlekommission soll in den kommenden Wochen und Monaten einen konkreten Plan für den Ausstieg aus der Kohleverstromung erarbeiten, der auch den Wegfall der Arbeitsplätze in der Industrie berücksichtigt. Im rheinischen Braunkohlerevier fördert der Energiekonzern RWE derzeit noch Braunkohle in den drei Tagbauen Hambach, Inden und Garzweiler.

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Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in Nordrhein-Westfalen warnte derweil davor, in der Ausstiegsdebatte Klimaschutz und Arbeitsplätze gegeneinander auszuspielen. „Anstatt kleinlich um Jahreszahlen zu feilschen, muss der gemeinsame Fokus darauf liegen, wie diese Transformation verantwortungsvoll gestaltet werden kann – und zwar für die Menschen, die Region, die Industrie und die Umwelt“, erklärte die nordrhein-westfälische DGB-Vorsitzende Anja Weber.

Die Arbeit der Kohlekommission werde dann erfolgreich sein, „wenn sie belastbare Vorschläge unterbreitet, die ambitionierten Klimaschutz mit sicheren und guten Arbeitsplätzen und wirtschaftlichem Wohlstand zusammenbringt“, fügte die Gewerkschafterin hinzu.

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