Steigt die Türkei bei South-Stream ein?

Von wem bezieht die EU Gas? Und über welche Pipeline? Foto: dpa.

Die Türkei schließt eine Beteiligung an der geplanten Gaspipeline South-Stream von Russland nach Südeuropa nicht kategorisch aus. Österreich soll außen vor bleiben, heißt es von Seiten des russischen Initiators Gazprom.

Angebote für eine Partnerschaft würden sorgfältig geprüft, sagte der türkische Energieminister Taner Yildiz am Donnerstag. Konkrete Pläne gebe es derzeit nicht.

Am Mittwoch hatte die Türkei die Genehmigung erteilt, dass die South-Stream-Leitung auch auf türkischem Gebiet errichtet werden darf (Video). Die Zustimmung war ein großer Fortschritt für das mit dem EU-Projekt Nabucco konkurrierende Vorhaben. Die 15,5 Milliarden Euro teure South-Stream-Leitung soll Ende 2015 in Betrieb gehen und durch das Schwarze Meer jährlich bis zu 63 Milliarden Kubikmeter russisches Gas nach Europa bringen. Russland erhofft sich von der Pipeline, bei Gaslieferungen in die EU unsichere Transitländer wie die Ukraine umgehen zu können. Gestartet wurde das Projekt 2007 von Gazprom und dem italienischen Energiekonzern ENI. Auch der Ludwigshafener Chemiekonzern BASF ist über seine Öl- und Gastochter Wintershall in das Projekt eingestiegen. Der französische Energieriese EdF ist ebenfalls maßgeblich beteiligt.

Gazprom kündigte an, die South-Stream-Pipeline werde in Norditalien, statt wie bislang geplant in Österreich enden. Ein Grund mag sein, dass die österreichische OMV AG Initiator der konurrierenden Nabucco-Pipeline ist, mit der die EU unabhängiger von russischem Gas werden will (EURACTIV.de vom 19. Juli 2010).

EURACTIV/rtr/awr

Links

Presse

Zeit.de: Türkei genehmigt Erdgasleitung durchs Schwarze Meer (28. Dezember 2011)

Euronews:
Türkei gibt Russland das Ja-Wort. Video (28. Dezember 2011)

Informationen

Nabucco-Pipeline: Internetseite

South Stream-Pipeline: Internetseite

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