Preise für Wohnen im europäischen Vergleich

Junge Menschen sind oft aufs "Hotel Mama" angewiesen, weil Wohnen immer teurer wird. Foto: Dieter Schütz / pixelio.de

Im EU-Durchschnitt stiegen die Stromkosten privater Haushalte um 4,9 Prozent. Davon ist Deutschland weit entfernt. Hier waren es 11,9 Prozent. Destatis zeigt die gestiegenen Wohnungskosten im europäischen Vergleich.

Die Preise für Wohnen (Nettokaltmieten, Haushaltsenergien und andere Nebenkosten) sind in Deutschland 2013 im Vergleich zum Vorjahr um 2,5% gestiegen. Ins­gesamt lag die Teuerungsrate für Deutschland gemessen am europaweit harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) bei 1,6%. In der Europäischen Union (EU-28) lag die Preissteigerung für Wohnen mit 2,3% ebenfalls ober­halb der Gesamtteuerungsrate von 1,5%.

In Deutschland ist das Gewicht der Ausgaben für das Wohnen im Wägungsschema des HVPI mit 22,4% infolge der hohen Bedeutung des Mietwohnungsmarkts so hoch wie in keinem anderen EU-Staat. Durchschnitt­lich werden diese Ausgaben im gemeinsamen Wägungs­schema der EU-Staaten mit 15,8% veranschlagt. Auch ohne Berücksichtigung selbst genutzten Wohneigen­tums zählt diese Position neben Verkehr und Nahrungs­mitteln zu den drei größten Ausgabenposten.

Ein wichtiger Grund für die gestiegenen Preise für Wohnen sind die deutlichen Preiszuwächse bei den Haushaltsenergien. Im Jahr 2013 legten die Preise für Strom, Gas und andere Brennstoffe in Deutschland um 4,8%, im EU-Durchschnitt um 2,8% zu. Vor allem Strom hat sich deutlich verteuert: in Deutschland um 11,9%, im EU-Durchschnitt um 4,9%.

Die Preissteigerungen bei den Nettokaltmieten fielen im selben Zeitraum weniger ins Gewicht. So lag die Teuerungsrate in Deutschland 2013 bei 1,3%, in der EU-28 bei 1,7%.

Zu den Ausgaben fürs Wohnen zählen neben den Mieten und den Haushaltsenergien auch die Auf­wendungen für die Instandhaltung und Reparatur der Wohnung sowie Dienstleistungen wie Wasserversogung und Müllabfuhr. Diese gehen jedoch mit deutlich gerin­geren Gewichten in die Berechnung des HVPI ein.

Die Entwicklungen in den EU-Staaten sind weit heterogener, als es mit dem EU-28-Aggregat abgebildet werden kann: Preiszuwächse bei den Haushaltsener­gien oberhalb des jeweiligen Gesamt-HVPI gab es neben Deutschland in neun weiteren EU-Staaten, insbesondere in Griechenland (+15,3%), Estland (+10,6%), Rumänien (+8,2%) und im Vereinigten Königreich (+7,2%).

In vier Ländern wurden sinkende Preise für Haushaltsener­gien festgestellt: am stärksten in Ungarn (-10,0%) und Zypern (-6,6%). Konstant blieben sie nur in Schweden.

Gegensätzliche Entwicklungen gab es auch bei den Net­tokaltmieten. Von 15 EU-Staaten mit Preissteigerungen oberhalb des jeweiligen Gesamt-HVPI zogen die Mieten vor allem in Estland (+14,1%), Litauen (+6,5%) und Lett­land (+5,6%) an, während sie in Griechenland (-6,8%), Zypern (-6,7%) sowie Slowenien (-1,1%) sanken. Wenig Bewegung gab es bei den Preisen für Nettokaltmieten in Kroatien (+/-0,0%) und Spanien (-0,1%).

In Deutschland wohnen übrigens 57 Prozent der Privathaushalte zur Miete

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